Sakralkunst
An den großen Krippen arbeiten viele Hände

Die Darstellung der Geburt Jesu mit Maria und Josef steht in diesen Tagen, oft bis Lichtmess Anfang Februar, in den Kirchen im Mittelpunkt. Im zweiten und letzten Teil einer kleinen Serie stellen wir drei weitere Krippen vor. Heute geht es um Weidach, Betzigau und Lauben.

Ein Werk vieler Wohltäter ist die von zahlreichen Besuchern bewunderte Darstellung des Advents- und Weihnachtsgeschehens in der katholischen Pfarrkirche St. Josef der Arbeiter in Weidach, erbaut 1968. Ursprünglich bestand sie aus drei Figuren, die im Münchner Geschäft Ludwig gekauft wurden, weiß ihr früherer Seelsorger Pfarrer Hermann Götz. Durch den Kontakt mit dem inzwischen verstorbenen Holzbildhauer Otto Kobel ergaben sich neue Möglichkeiten: Die maschinell gefertigten Gesichter von Josef und Maria wurden überarbeitet.

24 hohe Holzfiguren

Nach und nach wurde die Krippe laut Pfarrer Götz durch den Einsatz der früheren Gemeindereferentin Lucia Schleich auf 24 bis zu 1,20 Meter großen Holzfiguren von Kobel erweitert. Das Aufstellen besorgen der Pfarrgemeinderat mit seinem Vorsitzenden Josef Friedl. Eine weitere Besonderheit in Weidach: Zur Krippe führt ein Adventsweg hin, der sich an den vier Sonntagsevangelien vor Weihnachten orientiert und jeweils in einem Familiengottesdienst an den vier Sonntagen erschlossen wird. Ihn gestalten der Familiengottesdienstkreis der Pfarrei mit Gemeindereferent Martin Zeller.

Im Barockstil, wie ihn die Schnitzkünstler in Oberammergau pflegen, ist die Krippe in der Pfarrkirche St. Afra in Betzigau gehalten. Viele der Figuren hat der frühere Mesner Thomas Riedle gearbeitet, manche sind schon vor über 100 Jahren entstanden, weiß Mesnerin Elisabeth Eberspacher. Ab und zu kamen Hirten dazu oder auch Schäfchen, die Ministranten schnitzten. Auch Holzschnitzer Konrad steuerte vor etwa 30 Jahre einige Figuren bei.

Die Herzen der Kinder fasziniert am meisten eine Attraktion, die früher weit verbreitet war, mittlerweile aber aus vielen Kirchen längst verschwunden ist: Wirft man eine Münze in einen Schlitz des Figurenensembles, leuchtet Licht auf und ein Engel dreht eine Runde.

Noch eine Besonderheit hat Betzigau zu bieten: Zu Dreikönig werden die vor der Krippe kniende Maria und Jesus durch eine Muttergottes ersetzt, die das sitzende Jesuskind auf dem Schoß hält.

Aus der Werkstatt des Klosters Kellenried in Baden-Württemberg stammen die Figuren der Krippe in der Pfarrkirche St. Ulrich in Lauben. Ihr Vorbild ist eine historische Weihnachtskrippe des Klosters Kellenried aus dem 17./18. Jahrhundert.

Die Figuren in St. Ulrich sind aber nicht barock, sondern eher dem rustikalen Allgäuer Stil angelehnt. Allein 20 Schafe mit ihren Hirten zählt die üppig ausgestattete Darstellung, erklärt Pfarrsekretärin Monika Christ. Die Figuren aus der Kellenrieder Werkstatt sind beweglich, haben Wachsköpfe und -hände und sind zwischen 20, 35 und 45 Zentimeter hoch.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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