Namensrechte
Amerikanischer Fernsehsender wirft Kaufbeurer Wirtin Patentverletzung vor

'Wo ist die versteckte Kamera?', fragte sich die Kneipenbesitzerin Sabine Knie-Veitl aus Kaufbeuren, als sie im Frühjahr einen Brief im Namen des New Yorker Senders CBS erhielt. Dieser warf ihr vor, ohne Genehmigung den Namen der Serie 'Cheers' zu vermarkten. So heißt nämlich der beliebte Treffpunkt im Herzen der Stadt. Beziehungsweise hieß. Denn nun bewirtet die Inhaberin Sabine Knie-Veitl ihre Gäste in der "Eckbar", und weiß immer noch nicht, ob sie all dem Glauben schenken soll.

Serie aus den USA

'Cheers' wurde von 1982 bis 1993 in den USA produziert. Im deutschen Fernsehen war die Serie erstmals 1985, zuletzt 2010 im Nachtprogramm zu sehen. Sabine Knie-Veitl glaubt nicht, dass man ihre Bar mit der Serie in Verbindung bringt. 'Ein Großteil meiner Gäste ist noch viel zu jung, um die populären Zeiten der Sendung miterlebt zu haben. Ich selbst kann mich ja kaum daran erinnern.'

Die Geschichten drehten sich um den Besitzer des 'Cheers' und dessen filmreifen 'Alltag' mit seinen Freunden und Gästen. Seit der Patentierung 2008 besitzt der Sender das alleinige Nutzungsrecht. Parallelen sind laut Knie-Veitl rein zufällig. Sie beteuert, die anfangs einschaltquotenreiche Serie nie für ihren Betrieb benutzt zu haben.

Eingefallen sei der Name einem ihrer Bekannten, während eines gemütlichen Abends, kurz vor der Eröffnung 1997. Weit weg von den glitzernden Lichtern Hollywoods also, in einer kleinen, halb fertigen Bar. Ein 'Prost' veranlasste eben diesen Anwesenden dazu, seine Englischkenntnisse anzukurbeln - schon war ein Name gefunden, das 'Cheers' getauft.

Die stolze Summe von 3000 Euro soll die Kaufbeurerin nun zahlen, um den New Yorker Sender zu entschädigen. Die Gastronomin weigert sich jedoch, da sie selbst Kurioses herausfand. Denn obwohl es deutschlandweit viele Bars und Restaurants gibt, die seit Jahren als 'Cheers' Umsatz machen, konnte sie nur einen weiteren Betroffenen ausfindig machen. 'Ich fühle mich ungerecht behandelt.'

Einziger Weg aus der Misere

Schließlich sah sie die Namensänderung als einzigen Weg aus der Misere. Die Gegenseite hat sich bislang nicht dazu geäußert, wie sich dieser Schritt auswirken wird. Allerdings wird betont, die Angelegenheit einvernehmlich lösen zu wollen. Sabine Knie-Veitl hofft, von 'Teil 2' verschont zu bleiben und sich wieder den alltäglichen Dingen widmen zu können.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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