Immenstadt
Am Steineberg poltern große Felsbrocken zu Tale

Gepolter, Gerumpel, Geprassel: Im Berggasthof Almagmach schreckten Wirt Herrmann Köhler und ein Gast vom Lärm ebenso hoch wie der Alphirte an der Alpe Hinterkrumbach oberhalb des Steigbachtals bei Immenstadt. Am Gipfel des Steinebergs (1680 Meter) in der Nagelfluhkette hatte sich ein Steinschlag ereignet, der momentan das Forstreferat im Rathaus beschäftigt. Zwar sind weder Gasthof noch Alpe bedroht, und auch die Wanderwege im alpinen Gelände sind inzwischen bis auf eine Ausnahme im Gipfelbereich wieder freigegeben. Doch ist man in Immenstadt nach dem großen, aber gebändigten Hangrutsch am Immenstädter Horn vor mehr als vier Jahren stets elektrisiert, wenn sich im brüchigen Gestein etwas tut, was eine Gefahr fürs Tal bedeuten könnte.

Durch die nasse Frühjahrswitterung und die heftigen Gewitterregen der letzten Nächte hatte sich nach Mitteilung von Stadtförster Gerhard Honold am Gipfel des Steinebergs ein großer Nagelfluh-Felsblock gelöst. Der «Mordstrumm» riss den vom Normalweg abweichenden Steig zum Gipfel, der nur für Geübte geeignet war, ins Tal hinunter.

Der Steig ist quasi nicht mehr vorhanden. Dies war aber nur der Anfang des Steinschlags, dessen Auftakt gleichwohl die Bergwacht bereits veranlasst hatte, die klettersteigartige Neben-Variante zum Gipfelkreuz zu sperren.

«Sautrieb» und Knobelweg

Tage später kam aber noch das poltrige Hörerlebnis in der Bergeinsamkeit hinzu. Ein auf diesen Steinschlag hin angeordneter Kontrollgang des Forstreferates und von Bürgermeister Armin Schaupp ergab, dass unterhalb des Gipfelkreuzes weitere große Gesteinsbrocken in Kleinwagen-Größe in nördlicher Richtung ins Tal gedonnert waren.

Vorsorglich wurden der sogenannte «Sautrieb» zur Alpe Hinterkrumbach sowie der Knobelweg gesperrt. Es sind beliebte Pfade zum Steineberg, aber auch zur Alpe Gund und zum Berggasthof Almagmach, wo an Wandertagen 50 und mehr Bergwanderer unterwegs sind. Inzwischen ist die Sperrung zwar wieder aufgehoben.

Aber Honold hat ein strenges Auge darauf, ob sich noch mehr tut in dem von Rinnen sowie Lawinenstrichen durchsetzten Gelände. Immerhin sitzt im Gipfelbereich noch ein wackliger Felsbrocken, groß wie ein Lkw, der sich noch losreißen könnte.

Wie die bisherigen Nagelfluh-Felsbrocken wird er sich aber nach der Expertenmeinung im total unbesiedelten und von Schutzwald beherrschten zerklüfteten Felsgebiet in querlaufende Tobel verfangen, immerhin 200 bis 300 Meter oberhalb der Wanderwege. Der Normalanstieg auf den Steineberg-Gipfel sowie die Leiter dorthin seien weiterhin sicher begehbar, teilt der Stadtförster mit.

An der direkt oberhalb der Stadt immer noch klaffenden Wunde des Bergrutsches am Immenstädter Horn muss man sich wegen des jetzigen Vorfalls wenige Kilometer entfernt laut Honold keine neuen Sorgen machen, dass nun auch hier wieder der Berg rutscht. «Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun», sagt der Forstmann. Regenfälle hätten die gleichwohl latent vorhandene Gefahr für die Siedlung im Tal nicht verstärkt.

Im Gegensatz zum Steineberg halten Web-Kameras jede Veränderung am Horn mit seiner aufwendige Verbauung fest.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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