Memmingen
Am Steg scheiden sich die Geister

An dem geplanten Steg, den Hotelier Fritz Halder in der Kalchstraße errichten will, scheiden sich weiterhin die Geister. Das wurde nun auch bei einer Informationsveranstaltung des Altstadtvereins deutlich. Dabei wurde erneut kontrovers und engagiert über das Vorhaben diskutiert.

Halder und der ausführende Architekt Professor Josef Schwarz gehen davon aus, dass sie «Mitte, Ende März» der Stadt neue Gutachten vorlegen können, damit die öffentliche Diskussion vorangetrieben werden könne. Schwarz schätzt, dass sich der Stadtrat dann im Sommer wieder mit dem Thema zu befassen habe.

Wie berichtet, will der Chef des Hotels Weisses Ross erweitern, weil er mehr Zimmer und Tagungsräume benötige. Aus diesem Grund hat er ein Grundstück auf der gegenüberliegenden Straßenseite erworben. Dort soll ein Neubau entstehen. Beide Gebäude will Halder mit einem Steg verbinden.

Bei der Diskussionsrunde des Altstadtvereins prallten nun zum wiederholten Male die Ansichten hart aufeinander.

l Argumente der Kritiker: «Das Denkmalschutzgesetz stellt ausdrücklich Altstadt-Ensembles unter Schutz. Und damit haben wir es in der Kalchstraße zu tun», betonte Dr. Hans Deng, Vorsitzender des Altstadtvereins. Er sprach sich deutlich gegen den Steg aus: «Er stört, egal, an welcher Stelle er errichtet wird.»

Klare Worte wählte beispielsweise auch Grünen-Stadtrat Herbert Diefenthaler: «Ein Steg wäre wie ein riesiger Balken, den man an diese Stelle hinnagelt. Damit würden wir eine einzigartige Blickachse auf Dauer zumachen. Das wäre ein großer Verlust.»

Hans-Georg Bilgram argumentierte als Eigentümer des Schwanen-Gebäudes aus der Sicht des Nachbarn: «Durch den Steg wird die Kalchstraße in zwei Teile zerschnitten.» Bilgram fragte Schwarz und Halder: «Könnten Sie nicht mal eine Stoffbahn über die Straße ziehen, damit sich die Öffentlichkeit ein Bild von den Dimensionen des Stegs machen kann?»

Schwarz und Halder wollten hierbei keine verbindlichen Zusagen machen. Der Architekt versicherte jedoch, baldmöglichst Modelle des geplanten Stegs präsentieren zu wollen.

l Argumente der Befürworter: Hotelier Halder machte deutlich, dass ein unterirdischer Verbindungsgang wesentlich teurer wäre als der Steg. Wie Schwarz erläuterte er, dass sich im Keller des bestehenden Hotels ein jahrhundertealtes Kreuzgrad-Gewölbe befinde, dass man nicht antasten wolle.

Architekt Schwarz unterstrich: «Wir sind überzeugt, dass die Kalchstraße vom Steg profitieren wird.» Und fügte - an die Kritiker gerichtet - hinzu: «Qualität, die über dem Durchschnitt liegt, war schon immer umstritten.»

«Ganz schwere Entscheidung»

Mechthild Feldmeier, Vorsitzende des Memminger Einzelhandels-Verbandes, führte schließlich Pro und Contra zusammen: «Es ist eine ganz schwere Entscheidung. Aber nach Abwägung aller Argumente bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass die Vorteile, die der Steg für die Stadt bringt, überwiegen.»

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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