Kiesabbau
Am Inselsee könnte bald gebaggert werden

Am Inselsee in Blaichach könnten bald die Bagger anrollen. Denn die Firma Brutscher GmbH & Co KG möchte in unmittelbarer Nähe zum Wasserskilift einen Nasskiesabbau vornehmen und hat dafür nun einen entsprechenden wasserrechtlichen Antrag gestellt. Die Gemeinde Blaichach kann zwar das Vorhaben nicht verhindern, wurde aber vom Landratsamt gebeten, eine Stellungnahme abzugeben.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde schnell klar: Sowohl die Räte als auch Bürgermeister Otto Steiger sind alles andere als begeistert von der Idee. Jedoch: «Ob unsere Einwendungen berücksichtigt werden, kann ich nicht sagen», so Steiger.

Laut Flächennutzungsplan ist das Grundstück als Überschwemmungsfläche vorgesehen. Ob durch den Kiesabbau das Überschwemmungsgebiet beeinträchtig würde, muss laut Steiger das Wasserwirtschaftsamt (WWA) klären. Die Zufahrt gehöre dem WWA, somit sei die Unterhaltsverpflichtung und Verkehrssicherung privatrechtlich zu regeln. Das Grundstück, auf dem abgebaut werden soll, gehört nicht der Gemeinde Blaichach, sondern dem Freistaat Bayern.

Die Kritikpunkte der Gemeinderäte und der Verwaltung an dem Vorhaben sind vielfältig. Die größte Befürchtung: Der Kiesabbau könnte sich negativ auf das Naherholungsgebiet Inselsee auswirken. Nicht nur aus touristischer Sicht sei eine Baustelle dort problematisch, auch viele einheimische Spaziergänger und Radfahrer nutzten das Gebiet für ihre Erholung, argumentierte Otto Steiger in der Sitzung. Lärmbelastung, Staubentwicklung und intensiver Schwerlastverkehr seien außerdem eine Belastung für die Anwohner.

In seinem Beschlussvorschlag nahm der Gemeinderat deshalb verschiedene Punkte auf, die das Landratsamt bei seiner Entscheidung berücksichtigen soll.

Unter anderem soll der Zeitraum des Abbaus auf maximal zwei Jahre begrenzt werden, außerdem soll nur montags bis freitags zwischen 7 und 18 Uhr gearbeitet werden dürfen. Das Wasserwirtschaftsamt soll zudem prüfen, ob sich der Kiesabbau negativ auf das Überschwemmungsgebiet auswirken würde. Und es soll ein Gutachten erstellt werden, aus dem hervorgeht, welche Auswirkungen der Kiesabbau auf den Grundwasserspiegel hat. Denn die beiden bestehenden Baggerseen brauchen eine bestimmte Wasserhöhe, damit die Wasserskiliftanlage betrieben werden kann.

Auf den Vorschlag von Gemeinderätin Andrea Uth (Grüne), auf das Gebiet eine Veränderungssperre zu legen, winkte Steiger ab. «Dann müssten wir einen Bebauungsplan aufstellen - und was sollen wir da bauen?» Hans Natterer (CSU) bat darum, wenigstens den Samstag und Sonntag von Bauarbeiten freizuhalten, was im Gremium auf Zustimmung stieß und in den Beschlussvorschlag aufgenommen wurde.

 

In unmittelbarer Nähe zum Wasserskilift am Inselsee soll in Zukunft Kies abgebaut werden. Archivfoto: Christoph Lienert

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