Füssen
Am Dienstag muss «König Paul» abdanken

Jetzt muss er abdanken. Am Dienstag endet die «Alleinherrschaft» von Füssens Bürgermeister Paul Iacob definitiv - er wird wieder einen Stadtrat zur Seite haben. Rund drei Monate lang konnte der Rathaus-Chef Entscheidungen treffen, ohne sie mit dem Kommunalparlament abstimmen zu müssen. «Ich wünsche das jedem Bürgermeister einmal pro Legislaturperiode», sagt er mit einem spitzbübischen Lächeln über diese Zeit. Doch umgehend schiebt Iacob pflichtschuldig hinterher, dass er sich nun auf die Zusammenarbeit mit dem neuen Stadtrat freue.

Am 22. Juli kehrte die Monarchie nach Bayern zurück, zumindest ansatzweise in eine kleine Stadt am Lech. Denn an diesem Tag stand fest: Die Füssener Stadtratswahl vom März 2008 war ungültig, das Gremium war damit umgehend außer Amt und Würden. Und der Bürgermeister hatte auf einen Schlag eine große Machtfülle. Bammel hatte er davor nicht, sagt Iacob. Doch räumt er ein: «Ich bin schon mit einer gewissen Skepsis an die Aufgabe herangegangen.» Bisher hatte er bei Entscheidungen immer das Votum des Stadtrats hinter sich, «das hat Sicherheit gegeben». Doch jetzt musste er - wenngleich in Abstimmung mit der Verwaltung - alleine die Beschlüsse treffen. «Da muss man den Kopf hinhalten.»

«Wir haben es bewiesen»

Der Bürgermeister hätte es sich einfach machen können. Nur den Verwaltungsapparat am Laufen halten, keine großen Projekte anpacken. Doch das wollte Iacob nicht: «Ich wusste, ich kann mit der Verwaltung einiges für Füssen auf den Weg bringen.» Seine Mitarbeiter hätten ein enormes Engagement und viel Ehrgeiz an den Tag gelegt, um ihn dabei zu unterstützen. Und aus Iacobs Sicht hat es geklappt: «Wir haben es uns bewiesen, dass wir es können - und wir haben es den Bürgern dieser Stadt bewiesen.»

Sein Meisterstück dürfte der Rathaus-Chef wohl mit der Lösung für das Sorgenkind Hallenbad abgeliefert haben. Wie berichtet, hat das Unternehmen Hubert Schmid das Gelände erworben, um darauf rund 70 Wohneinheiten zu errichten. Die Stadt hat damit eine ihrer großen Baustellen abgewickelt - und dafür auch eine «deutlich höhere Summe erhalten, als früher erwartet wurde», so Iacob.

Er zieht ein positives Fazit seiner «Alleinherrschaft», auch wenn er einräumt: «Es war eine anstrengende Zeit.» Doch man habe sehr viel bewegen können. Nun muss er sich wieder mit dem Stadtrat abstimmen. Damit hat Iacob kein Problem. Er weiß aber auch: «Das kostet Zeit.» Sein größter Wunsch an die Kommunalpolitiker wäre es, wenn sie den Ausführungen der Verwaltung mehr Vertrauen als in der Vergangenheit schenken würden. Das Ziel aller müsse eine «ehrliche Zusammenarbeit für diese Stadt» sein.

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