Standpunkt
Altstadt weiter aufpolieren

Das kann eine gute Sache werden. Gemeint ist das Vorhaben der Stadt und der Memminger Wohnungsbaugenossenschaft (Mewo), das Bahnhofsviertel zwischen Maximilian- und Kalchstraße zu sanieren. Die meisten Grundstücke sind bereits im Besitz der Genossenschaft und der Kommune. Mit einem Investor - der aber erst noch gefunden werden muss - sollen dort nach den Worten des Oberbürgermeisters neue Wohnungen und Flächen für Dienstleistungsgewerbe und Einzelhandel entstehen.

Beim Stichwort «Gewerbeflächen» sind wir beim Knackpunkt der Geschichte. Denn es stellen sich folgende Fragen: «Verträgt Memmingen weitere Geschäfte? Ist genügend Kaufkraft vorhanden - oder geben die Leute statt am Schrannenplatz dann eben ihr Geld im Bahnhofsviertel aus? Wird dadurch bestehenden Geschäften das Wasser abgegraben? Und sollte man daher nicht besser auf neue Läden beim Bahnhof verzichten?

Letzteres wäre ein Fehler. Denn bei dem Projekt geht es nicht nur darum, den hiesigen Menschen mehr Auswahl zu bieten, sondern es eröffnet sich vor allem die große Chance, neue Kunden aus dem weiteren Umland anzulocken. Das ist freilich nicht allein mit ein paar neuen Geschäften zu machen. Vielmehr muss die ganze Stadt weiter «herausgeputzt» werden. Dies ist zuletzt bei der Umgestaltung des Weinmarkts und des Schrannenplatzes gelungen.

In den dortigen Geschäften trifft man laut den Händlern auch Kunden, die noch nie oder schon lange nicht mehr in Memmingen waren. Gekommen sind sie, weil sie von den neuen Plätzen gehört haben. Und wem der erste Besuch gefällt, der kommt wieder. Den gleichen Effekt gilt es nun mit einer Sanierung des Bahnhofsviertels zu erzielen. Dazu gehört auch die Schaffung neuer Parkplätze. Eine Tiefgarage an der Bahnhofstraße und ein Parkdeck in der nahe gelegenen Augsburger Straße wären denkbar. Ohne neue Stellplätze wird es nicht gehen. Dies beweist das heute in Teilen leer stehende Maxx-Forum.

Welche Händler sich im neuen Bahnhofsviertel ansiedeln sollen, darüber haben sich Stadträte bereits Gedanken gemacht. Laut der CSU sollten es nur Geschäfte sein, die es in der Innenstadt noch nicht gibt. So könnte verhindert werden, dass bestehende Läden womöglich Pleite gehen. Falls der Investor - der ja die Ladenflächen bauen soll - das bei der Vermietung seiner Räume auch so sieht, wäre natürlich alles bestens. Aber falls nicht, sollte man ihm nicht unnötig Steine in den Weg legen. Die Vermietung der Räume muss dem Investor überlassen werden - zumal man sonst auch keinen finden wird.

Standpunkt von Volker Geyer geyer@azv.de oder Fax (08331) 109-188

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