Marktoberdorf
Altlasten in der Straße kommen teuer zu stehen

Die geplante Ortsumfahrung von Bertoldshofen und Marktoberdorf beschäftigte auch den Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung. An nur recht wenigen Punkten brachte er noch einmal Verbesserungsvorschläge ein, die einstimmig auf den Weg gebracht wurden. Einer der Knackpunkte in der Diskussion war, dass nach dem Bau der Umgehung einige innerörtliche Straßen der Kommune übergeben werden sollen. Dazu zählt auch die Kaufbeurener Straße - doch die ist belastet.

Von der Rauh-Kreuzung bis zur Stadtgrenze - das entspricht einer Länge von 2,4 Kilometern - soll die Kaufbeurener Straße der Stadt übergeben werden. «Grundsätzlich bestehen dagegen keine Bedenken», erklärte Stadtbaumeister Peter Münsch. Der Haken: Beim Neubau der Kanal- und Wasserleitung im Bereich der Jet-Tankstelle sei festgestellt worden, «dass dort erhebliche Teer- und Chloridbelastungen im gesamten Fahrbahnbelag und im Kiesunterbau vorhanden sind. Sobald diese Materialien ausgebaut werden, müssen sie ordnungsgemäß entsorgt werden.» Weil es sich laut Abfallklassifizierung um sogenanntes Z3- und Z4-Material handelt, «sind die Entsorgungskosten höher als der gesamte Straßenneubau».

Nun hat die Stadt vorgesehen, entlang der Straße bis zur Gewerbestraße Rad- und Gehwege zu bauen, wenn sie die Hoheit über die Straße hat. Die Kosten, die dabei entstehen, werden - wie im gesamten Stadtgebiet - auch auf die Anwohner umgelegt. Diese werden allerdings eben wegen jener Belastung wesentlich höher ausfallen. «Da werden die Anlieger ja begeistert sein, wenn wir die Straße geschenkt bekommen», vermutet SPD-Fraktionschef Wolfgang Hannig wohl nicht zu unrecht.

Geh- und Radweg vorher bauen

Münsch hofft auf einen anderen Lösungsweg. Denn das Fernstraßengesetz, dem die Kaufbeurener Straße als Bundesstraße unterliegt, sehe keine Entschädigungspflicht des bisherigen Straßenbaulastträgers vor.

Des Stadtbaumeisters Vorschlag: «Damit keine Ausbaubeiträge entstehen, müsste im Verhandlungsweg mit dem jetzigen Träger erreicht werden, dass Geh- und Radwege vor der Übergabe erstellt werden.»

Dies sah auch der Stadtrat so und forderte dies einstimmig. Zwei entsprechende Gespräche habe die Verwaltung mit dem Staatlichen Bauamt in Kempten geführt, sagte Münsch. Eine verbindliche Aussage liege noch nicht vor.

Neben der Kaufbeurener Straße soll die Stadt Marktoberdorf auch Teile der Meichelbeckstraße, der Tölzer Straße im Zuge der B 472, die Eberle-Kögl-Straße, die Ampelanlage an der Rauhkreuzung und diverse Feldwege erhalten. Die jährlichen Unterhaltskosten belaufen sich auf rund 54000 Euro.

Weitere B 12-Auffahrt fordern

Außerdem forderte der Stadtrat, weitere Maßnahmen zur Verkehrsentlastung für Marktoberdorf als Empfehlung in den Planfeststellungsbeschluss aufzunehmen. Dazu zählt eine weitere Auffahrt von der Kreisstraße auf die B 12 bei Geisenhofen und eine leistungsfähige Nord-West-Spange von der Kaufbeurener Straße zur Brückenstraße. Denn die bisherigen Pläne der Ortsumfahrung brächten nur Bertoldshofen, nicht aber Marktoberdorf weniger Verkehr. (af)

Die geänderten Pläne werden bis einschließlich 11. Juni in Marktoberdorf, Bertoldshofen und Biessenhofen für alle Bürger ausgelegt. Gegen die geänderten Pläne können Betroffene nach Ablauf der Auslegungsfrist noch zwei weitere Wochen lang - bis einschließlich 25. Juni - schriftlich Einwendungen erheben.

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