Berufsaussichten
Alternativen zum klassischen Studium für Oberallgäuer Abiturienten

«Einen Industriemechaniker mit Abitur wird man hier nur selten finden», meint Herbert Mühlegg, Pressesprecher der Agentur für Arbeit in Kempten. Wer unbedingt nach dem Abi im Oberallgäu bleiben will, hat nicht viele Möglichkeiten, eine Hochschule zu besuchen und muss sich meist mit einer Lehre zufriedengeben. Besonders in Gastronomie und Tourismus solle laut Mühlegg gesucht werden.

Die Erfahrung des Pressesprechers zeigt, dass Handwerksbetriebe häufig Scheu davor haben, Abiturienten auszubilden. << Der Betrieb rechnet damit, dass sich der Abiturient nach abgeschlossener Lehre weiterbilden will, studieren geht und das Unternehmen verlässt. >>

Die Industrie- und Handelskammer Schwaben (IHK) dagegen hat ein Projekt ins Leben gerufen, das gerade Gymnasiasten Alternativen zum herkömmlichen Universitätsstudium zeigen soll. Sowohl duale Studiengänge, in der sich Lernphasen an der Uni mit Praxissemestern in einem Betrieb abwechseln, sowie Ausbildungen mit anschließenden oder berufsbegleitenden Fortbildungen bieten einen guten Mix aus akademischem Abschluss und Praxiserfahrung.

Gerade das praktische Wissen macht diese Alternativen zum Studium für Schüler interessant. Den Betrieben bieten diese Initiativen Gelegenheit, qualifizierte Fachkräfte selbst auszubilden, ohne fürchten zu müssen, dass diese nach der Lehre abwandern.

Nach Angaben der Industrie- und Handelskammer Schwaben sind im produzierenden Gewerbe 40,6 Prozent aller Erwerbstätigen im Oberallgäu beschäftigt. Tourismus und Gastronomie rangieren mit 28,2 Prozent lediglich auf Platz drei. Dennoch bestehen laut Agentur für Arbeit im Tourismus die besten Chancen, für Studierte einen Job zu bekommen.

Die Angebote der IHK sind eine Möglichkeit, in industriellen Berufen Fuß zu fassen, da man sich dort an den Anforderungen des Unternehmens orientiert und somit wesentlich mehr Praxisbezug bekommt, als bei einem herkömmlichen Studium an der Universität.

Schon während der Schulzeit informieren die Agentur für Arbeit und die IHK angehende Abiturienten über berufliche Perspektiven. Dabei wird darauf geachtet, den Schülern zu vermitteln, dass nicht die Region, in der sie gerne bleiben wollen, ausschlaggebend sind, sondern die individuellen Fähigkeiten und Berufswünsche.

<< Wenn in der Gegend nichts angeboten wird, was dem Einzelnen zusagt, muss sich der regional umorientieren. Man darf das nicht davon abhängig machen, dass man in den Bergen bleiben will >>, erläutert Mühlegg.

Projekttage an Schulen, an denen Studiengänge und Alternativen zur Universität vorgestellt werden, helfen Jugendlichen, sich zu orientieren. Mancher kommt da auch drauf, dass er gar nicht studieren will.

Informationen zu Alternativen zum klassischen Studium stehen auch im Internet:

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