Senioren
Altenpflege im Unterallgäu: Gegen den bundesweiten Trend

Auf drei unbesetzte Stellen in der Altenpflege kommt nach Angaben eines Fachverbandes nur ein Bewerber. In der Bundesrepublik würden bereits 30000 Pflegekräfte fehlen. In Memmingen und dem Unterallgäu sieht es noch besser aus: Die meisten Heime und Pflegedienste zeigten sich bei einer MZ-Umfrage weitgehend zufrieden mit der Personalsituation.

Auf dem << freien Markt >> gebe es so gut wie keine Arbeitskräfte, berichtet Edmund Güttler, Leiter des Altenzentrums der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Memmingen. Das sei auch der Grund dafür, dass man selber ausbilde: << Wenn wir außer der Reihe jemanden suchen, finden wir nichts. Die Leute scheuen den Schichtbetrieb und die Bezahlung ist auch nicht den Anforderungen entsprechend. >> Zudem sei die Alten-pflege eine schwere Arbeit. Zu den körperlichen Anstrengungen kämen seelische Belastungen und Wochenend-Dienste.

Bewerbungen auf dem Tisch

Karl Engst, der einen ambulanten Pflegedienst von Amendingen aus führt, hat keine personellen Probleme. << Das hängt damit zusammen, dass unsere Beschäftigten sehr lange bei uns sind. Und ich habe auch immer wieder Bewerbungen auf dem Tisch. >> Auch Albert Madlener, Chef des Altenheims St.Ulrich, klagt nicht über Personalmangel: << Wir bilden jedes Jahr zwischen zehn und 15 Fachkräfte aus. Damit können wir die natürliche Fluktuation ausgleichen >>, berichtet er. << Allerdings müssen auch wir Anstrengungen unternehmen, um am Ball zu bleiben. >> Wie Kollegen ist er der Meinung, dass die Fachkräfte besser bezahlt werden müssten. Positiv sei, dass viele Frauen nach der sogenannten Familienphase einen Neustart in der Pflege wagten.

Große Verantwortung

Birgit Braun von der Alten- und Krankenpflege in Lachen sieht indes bereits einen Pflegenotstand: << Wir haben fast ein halbes Jahr eine Fachkraft gesucht, aber der Markt ist leer. >> Als Grund nennt sie die Bezahlung und den Zeitdruck, der in der Altenpflege herrsche. Rita Hohenegger, stellvertretende Leiterin im Ottobeurer Pflegeheim Hafner Villa, will zwar nicht von einem Notstand sprechen, betont aber, dass examinierte Kräfte sehr rar seien. Es würden keine jungen Mitarbeiter nachkommen, klagt sie. Auch Hohenegger hebt darauf ab, dass die Arbeit physisch und psychisch belastend sei. << Wir suchen immer wieder und finden keine Kräfte, obwohl wir flexibel sind und auch mit Teilzeitbeschäftigten arbeiten >>, sagt Karsten Kunick, Leiter des Buxheimer Pflegeheims. Die Mitarbeiter hätten eine große Verantwortung, der die Bezahlung nicht entspreche, fügt er hinzu.

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