Kaufbeuren / München
Alte Technik für Busfahrer und Eisenbahner

Am Busbahnhof neben dem eigentlichen Kaufbeurer Bahnhof gibt es Geräte, deren Zweck sich einigen AZ-Lesern nicht erschließt: «Da hängt eine Ampel nutzlos in der Gegend rum», meint ein Leser. Sie sei einerseits nie in Betrieb und hänge andererseits in Blickrichtung des Bahnsteigs - und da fahre doch wohl kein Bus hin, so der Leser.

Ein anderer Leser kennt den einstigen Zweck der Ampel: Verspätete sich früher ein Zug, drückte der Fahrdienstleiter im Bahnhof einen Knopf. Dadurch sprang eine der drei Leuchten in der Ampel an. Je nachdem, welcher Zug verspätet einfahren sollte, wurde ein Kürzel für den Zug aus Richtung Buchloe, Marktoberdorf oder aus Schongau, von der inzwischen aufgelassenen Bahnlinie, angezeigt. Mit einer Gegensprechanlage, die ebenfalls noch heute an dem Uhrtürmchen auf dem Busbahnhof installiert ist, verständigten sich dann Busfahrer und Fahrdienstleiter.

So könnte es gewesen sein, meint eine Sprecherin der Deutschen Bahn. Diese Art der Kommunikationsanlagen zwischen Eisenbahnern und Busfahrern sei bis Anfang der 1990er Jahre in Betrieb gewesen. Bis dahin hatte die Bahn nämlich noch eigene Busse.

Das bestätigt Christian Lenz, Betriebsleiter der Verkehrsgesellschaft Kirchweihtal (VGK). Solche Systeme seien in jedem großen Bahnhof installiert und teilweise noch immer dort. «Aber sie sind nicht mehr zeitgemäß, da sie auch manuell betätigt werden mussten. Damit war aber keine vorausschauende Planung möglich. Schließlich müssen die Busfahrer sich auch an eigene Fahrpläne halten.

Neue Informationssysteme

Die VGK plant indes, neue Anlagen zur Information der Kunden zu den An- und Abfahrtzeiten einzurichten, berichtet der Betriebsleiter weiter. In Zusammenarbeit mit der Stadt sollen «Dynamische Fahrgast Informationen» (DFI) am Plärrer und am Neuen Markt aufgestellt werden.

Eine DFI-Anlage am Bahnhof sei aber gescheitert: Laut neuester Information sei die Bahn finanziell nicht abgeneigt, aber eine technische Anbindung noch nicht möglich, so Lenz. Wie lange die Fragmente der alten Technik am Bahnhof noch bleiben, dazu kann die Bahn keine Aussage treffen. Immerhin koste der Abbau Geld. So erfreuen sich wenigstens Bahnfreunde an der nostalgischen Technik. (fro)

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