Marktoberdorf
Alte Lehmgrube füllt sich nach und nach

Was für ein Lastwagenverkehr - Richtung Ettwieser Weiher bewegen sich die Lkw derzeit wie am laufenden Band. Anwohner und Spaziergänger wundern oder ärgern sich. Ziel dieses Verkehrs ist die Lehmgrube der ehemaligen Ziegelei Schmid, die im Laufe von insgesamt 25 Jahren verfüllt werden muss. So war es 2005 genehmigt worden. Dass derzeit so viel Füllmaterial angefahren wird wie noch nie zuvor, erklärt Anton Grehl von der Firma SGWM Umwelt mit dem Neubau der Bahnstrecke Buchloe-Kaufbeuren. Dort fällt derzeit eine riesige Menge an Erdaushub an, der nach Marktoberdorf gefahren wird.

Margot Daidone wohnt an der Haydnstraße und klagt, dass es mit der Ruhe vorbei sei. Ohnehin habe ihrer Beobachtung nach der Lkw-Verkehr Richtung Hochwiesstraße stark zugenommen. Und jetzt erst recht. «Wir kriegen das voll ab. Es ist ein Krach ohne Ende.» Wenigstens, so die Marktoberdorferin, eine Vorwarnung hätte sie sich gewünscht.

Bei dem Ausbau der Bahnstrecke, so Anton Grehl von der SGWM (die Firma ist beauftragt, die ehemalige Lehmgrube bei Ettwiesen zu verfüllen), falle eine große Menge an Erdaushub an. «Den Schotter nehmen wir nicht», stellt Grehl klar. «Nur das, was aus der Erde ausgebaggert wird.» All das wird nahe dem Bahngleis in riesige Häufen aufgeschichtet. Noch vor Ort untersucht die Bahn den Aushub nach möglichen Schadstoffen. «Auch wir selbst prüfen nochmals», sagt Grehl. Es handele sich um unbelastetes oder nahezu unbelastetes Material, das in die Lehmgrube komme.

Große Umweltschutzauflagen

Die Umweltschutzauflagen seien immens hoch, sagte Bauüberwacher Philipp Mitnacht zu Beginn der Bauarbeiten gegenüber unserer Zeitung. 400000 Tonnen Material müssen mit Lastwagen abtransportiert werden. 15 Lagerplätze mit einer Gesamtfläche von rund 33 Fußballfeldern wurden dafür entlang der Strecke angelegt. «Auf der Lagerfläche wird das Material je nach Klasse zu 1000-Tonnen-Haufen aufgeschichtet», berichtete Mitnacht. Schotterhaufen mit stärkerer Belastung, die etwa aus dem Abrieb der Züge und der früher üblichen Verwendung von Unkrautmitteln stammt, werden mit Planen zugedeckt, um bei Regen ein Ausschwemmen der Stoffe zu verhindern. Das gelagerte Material wird dort erneut von Experten in Augenschein genommen, die auch Laborproben nehmen.

Mitnacht: «Danach wird entschieden, ob und wie es weiterverarbeitet oder wo es gelagert wird.»

Was in der Lehmgrube in Marktoberdorf abgelagert wird, dokumentiert der Betreiber der Anlage in Eigenüberwachung und erstattet jährlich Bericht beim Landratsamt, erläutert der stellvertretende Leiter der Unteren Naturschutzbehörde, Wilhelm Preißler. Darüber hinaus erfolgt eine Fremdüberwachung durch ein Ingenieurbüro. Auch das Wasserwirtschaftsamt nehme Proben. Und wenn über Befüllungsmaterial Zweifel ob seiner Belastung bestehe, werde auch das Landratsamt in die Entscheidung involviert. «Nichts darf im Nebel bleiben», sagt Preißler. Die vielen bestehenden Regelungen würden auch überwacht.

Der Firma SGWM sei sowohl die Qualität des Materials wichtig als auch die Entfernung, aus der es in die Grube herantransportiert werde, beteuert Grehl. Zum Thema Lärm auf der Zufahrt Richtung Grube nahe dem Ettwieser Weiher meint Grehl, die Lkw-Fahrer hätten sich freiwillig verpflichtet, nicht schneller als 30 Stundenkilometer im Umfeld der Grube zu fahren. «Die Belastung für die Bürger soll so gering wie möglich gehalten werden.»

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