Kaufbeuren/Ostallgäu
Alte Kulturform soll wieder in Mode kommen

«Streuwiesen sind eine alte Kulturform und erhalten das Landschaftsbild», erklärt Josef Freuding vom Landschaftspflegeverband Ostallgäu (LPV). Zudem sei das Streugut auch ein hochwertiger Ersatz für Stroh. Deshalb will der Verband eine Koordinationsstelle einrichten, bei der auch eine Streuvermittlung angesiedelt werden soll.

Die Mahd (Mähen und Einbringen des Grüngutes) ist aus der Mode gekommen. Das Image der Streue sei bei den Landwirten nicht angesehen - zu arbeitsintensiv, heißt es. «Die Nutzung von Einstreu aus Streuwiesen ist aufgrund des Strukturwandels in der Milchviehhaltung weiter rückläufig», stellte der LPV zudem fest.

Das gelte vor allem für kleine Betriebe, die aber in der Landschaftserhaltung eine große Rolle spielten. Nutzten diese nicht mehr die Mahd, verbuschen und verwalden die Streuwiesen. Obendrein könne Streue auch Stroh als Einstreu ablösen, zumal zumeist nur im nördlichen Ostallgäu Getreideanbau typisch ist. Doch während Stroh bestellt und geliefert wird, muss Streue selbst einbracht werden.

Doch gegen das Image wollen die vier Landkreise Ost-, Ober-, Unterallgäu und Lindau mit der neuen Stelle etwas tun. «Die Streuwiesen im Allgäu zeichnen sich durch eine außerordentliche artenreiche Flora mit überregional bedeutsamen Pflanzenarten aus», so der LPV. Der Erhalt dieser Wiesen diene also auch dem Erhalt von naturbelassenen Flächen oder Biotopen, betont Claudia Schatz, Landwirtschaftsrätin im Kaufbeurer Amt für Landwirtschaft und Forsten. Das wiederum sei wichtig für den Tourismus vor allem außerhalb der Wintersaison, meint Freuding.

Doch auch den Bauern müsse etwas geboten werden. Zum einen gebe es inzwischen landwirtschaftliche Maschinen, die die Arbeit auf den Streuwiesen erleichterten.

Zum anderen könnten vor allem die steigende Anzahl von Biomilchbetrieben auf Streue zukünftig per Gesetz angewiesen sein, da Haltung auf Betonspalten ab 2013 bei ihnen nicht mehr erlaubt sein wird. So könnten die Biobetriebe große Abnehmer der Streue werden. «Das wäre dann auch eine Stärkung der regionalen Kreislaufwirtschaft», so Freuding.

Deshalb will der federführende LPV Ostallgäu nun eine Koordinationsstelle einrichten. Für die Stelle läuft derzeit ein Zuschuss-Antrag bei dem EU-Projekt Leader plus. Dort soll über neue Techniken und Maschinen, aber auch über die Thematik informiert werden. «Wir wollen auch Begeisterung wecken», hofft Freuding. Darüber hinaus soll die Stelle auch Streue vermitteln: wer hat, kann anbieten, und wer braucht, kann bieten.

Informationsveranstaltung: Montag, 2. März um 20 Uhr im Gasthof Schwanen in Obergünzburg und am 3. März um 20 Uhr in Seeg in den Seeger Stuben.

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