Als Schwerpunkt gilt die Arbeit mit Schülern

Von Veronika Krull
| Immenstadt Grell pink und damit gut sichtbar leuchtet es zu Füßen der Passanten: «Literaturhaus» ist da an verschiedenen Stellen im Städtle aufs Pflaster gesprayt. Keine unerlaubten Graffiti, sondern von der Stadt gewollte Wegweiser zur jüngsten Kultureinrichtung.

Die jugendlichen Sprühkünstler waren ganz legal Hauptschüler aus Immenstadt. Die farbigen Leuchtzeichen, die Besucherbeine in Schwung bringen sollen, könnten sogar als Symbol verstanden werden für frischen Wind in dem historischen, pfiffig sanierten Gemäuer: Das Nutzungskonzept nimmt langsam Gestalt an.

Nachdem der Arbeitskreis «Lebendiges Literaturhaus», ein Zusammenschluss von Verlegern, Autoren, Germanisten und Literaturliebhabern, viele Ideen entwickelt hat, fanden bereits erste Lesungen und ein Konzert statt. Auch die nächsten Veranstaltungen und Aktionen stehen bereits fest, die Planungen für künftige Projekte werden konkreter. Als Schwerpunkt gilt die Arbeit mit Jugendlichen und Schulen, sagt Harald Dreher, Kulturreferent und Leiter des Arbeitskreises.

Lesegutschein für ABC-Schützen

So sollen zum kommenden Schuljahr die ABC-Schützen der Königsegg-Grundschule und der Grundschule Stein in ihrer Schultüte einen Gutschein für die kostenfreie Büchereinutzung vorfinden. Außerdem erhalten sie am Schuljahrsschluss ein Buchgeschenk. Im zweijährlichen Abstand sollen Lyrik-Jugendwettbewerbe stattfinden und Schüler ihre Deutsch-Facharbeiten präsentieren. Ebenfalls geplant: Lesungen von Schülern, die Vorlesewettbewerbe gewonnen haben.

Den Erwachsenen soll das Literaturhaus auch in Zusammenarbeit mit der Oberallgäuer Volkshochschule vertraut werden, so Dreher.

Rezitationskurse mit der Rettenberger Schauspielerin Eva Schroer seien ebenso denkbar wie Vorträge der Oberstdorferin Hildegard Ewen zu deutschen und russischen Schriftstellern. Ab Oktober wird es jeweils am letzten Sonntag im Monat eine Literatur-Matinée mit Autoren und Künstlern aus der Region, aber auch aus dem benachbarten Baden-Württemberg und Vorarlberg geben. Im Gespräch sind bereits Toni Wintergerst und Martin Hehl.

Im Oktober wird der diesjährige Rezitationsabend des Kneippvereins zum 100. Todestag von Wilhelm Busch im Literaturhaus stattfinden, Ende November ist eine «Allgäuer Bücherschau» mit Autoren und Verlegern aus der Region geplant - inklusive eines Rahmenprogramms wie Lesung oder Musik. Im Januar wird eine Fotoausstellung des «Friedenshistorischen Museums» Bad Hindelang zu sehen sein.

Außerdem ist die Einführung von Mundart-Tagen ins Auge gefasst.

Im nächsten Jahr könnte sich Dreher auch eine Lesung von Robert Schneider (Vorarlberg), dem Autor von «Schlafes Bruder», vorstellen - vielleicht in Kombination mit einem Auftritt des Orgeldozenten Jürgen Natter (Feldkirch), der dann die Gäste vom Literaturhaus in die Kirche bittet.

«Zeit lassen»

Kunstausstellungen werden nach Aussagen Drehers wegen der Restfeuchte in den unteren Gewölben vorerst nicht veranstaltet. Die Mail-Art-Ausstellung, die «gegen derlei Widrigkeiten eher gefeit» sei, werde in zwei Jahren «sicher» wieder stattfinden und könne als Biennale mit unterschiedlichen Themen zu einer festen Veranstaltung werden. Harald Dreher: «Das ist der Anfang.

Ich bin davon überzeugt, dass sich unser Literaturhaus weiter organisch entwickeln wird, sodass es nicht nur architektonisch, sondern auch als Institution eine wichtige kulturelle Einrichtung unserer Stadt darstellen wird. Man muss ihm nur die Zeit dazu lassen.»

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