Memmingerberg
«Als die Bombe explodierte, lag ich am Strand»

Bernhard Sitter aus Lechbruck steht in der Halle des Allgäu Airports und wartet auf seine Tochter. Die Urlauberin war in Mallorca, als dort am Donnerstag eine Autobombe explodierte. «Sie hat mir eine SMS auf mein Handy geschickt, in der stand: Mir gehts gut», so der besorgte Vater. Während Sitter erzählt, rollt die Maschine des Flugs X32625 aus Mallorca über die Landebahn. Um 17.20 Uhr verlassen 144 Passagiere an diesem Freitagabend das große gelbe Flugzeug der Tuifly.

Informationen per Handy

Weitere Angehörige und Freunde warten derweil am Ausgang. Dann endlich öffnen sich die Türen. Mit großen, schweren Koffern suchen die Mallorca-Urlauber nach ihren Liebsten - auch Stephanie Sitter ist unter ihnen. «Als die Bombe explodierte, lag ich etwa 30 Kilometer davon entfernt am Strand», so die Urlauberin. Ihr Bruder habe sie per Handy aus Deutschland über den Anschlag informiert.

Die Mitreisenden Thomas Tschemernjak und Cornelia Marinkovic aus Vorarlberg haben von der Bombe ebenfalls nichts direkt mitbekommen. «Wir wohnten etwa 45 Minuten vom Anschlagsort entfernt», erzählt Tschemernjak. Erst als das spanische Fernsehen darüber berichtete, wurde das Paar auf den Vorfall aufmerksam. Es befand sich zum Unglückszeitpunkt auf einer vierstündigen Ausfahrt über die Insel.

«Doch außer ein paar Polizisten, die stichprobenartig Leute kontrollierten, war nichts zu sehen.» Trotzdem habe sie nach dem Vorfall nicht gut geschlafen.

Einige Meter weiter stehen die Kemptener Thomas Linner, Christian Rettner, Andreas Kopfmüller und Michael Blum. Sie berichten von ihren Urlaubserlebnissen in El Arenal. Die Nachricht des Bombenanschlags habe sich am Donnerstagnachmittag wie ein Lauffeuer im Urlaubsort verbreitet. «Außerdem haben unsere Eltern angerufen und gefragt, ob es uns gut geht», sagt Linner. Angst hatten die vier jungen Männer aber nicht. «Wir haben nur gehofft, dass wir heimkommen», so Kopfmüller. Dem stimmt Benjamin Schreiner aus Dettingen zu: «Wir machten uns Gedanken über die verschärften Sicherheitsbestimmungen am Flughafen in Mallorca.

» Doch bei den Kontrollen seien sie nicht einmal abgetastet worden. Während die Bombe explodierte, waren die Freunde beim Tennis spielen. «Über das Internet erfuhren wir ziemlich schnell von der Explosion», so Tobias Zott. Direkte Angst hatten die Dettinger nicht. «Aber als wir abends in einer großen Disco waren, hatte ich schon ein komisches Gefühl», sagt Zott.

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