Immenstadt
Als das Ondulier-Eisen noch Wellen in die Haare brannte

Eine alte Preisliste des Frisurenateliers Tröbelsberger in Immenstadt aus den frühen 1960er Jahren zeigt: Ein neuer Haarschnitt kostete damals drei Mark. Nicht nur die Preise haben sich seitdem verändert - auch die Frisurenmode hat eine Menge Trends mitgemacht. Viele dieser Moden hat das Frisurenatelier Tröbelsberger erlebt, das mittlerweile schon in vierter Generation besteht. Drei Generationen arbeiten heute zusammen im Salon.

Klaus Tröbelsberger erinnert sich an die 1950er Jahre, in denen er seine Lehre machte: Man habe viel onduliert, und auch Wasser- und Dauerwellen seien sehr gefragt gewesen. Ganz ungefährlich waren die Onduliereisen allerdings nicht: «Die wurden auf einem Spiritusbrenner erhitzt, und dann wurde an einem Blatt Papier getestet: Wenn es anbrannte, war das Eisen zu heiß.» Zu jener Zeit seien die Frauen meist nur vor Sonn- und Feiertagen zum Friseur gegangen. «Da hat sich niemand daheim die Haare gewaschen,» erzählt Isolde Tröbelsberger. «Wenn die Frauen dann nach zwei bis drei Wochen kamen, wars aber wirklich nötig», schmunzelt sie.

Einst waren aufwendig hochtoupierte Frisuren Mode

Ab den 1960er Jahren waren die Damen dann beinahe jeden zweiten Tag beim Frisieren anzutreffen: «Da waren aufwendig hochtoupierte Frisuren in,» erklärt Isolde Tröbelsberger.

Auch an die 1980er Jahre mit Afrolook und Vokuhila-Haarschnitt (vorne kurz, hinten lang) erinnert sich das Team des Frisurenateliers. «Der Run auf die Farbe ist dann erst in den 90er Jahren losgegangen,» bemerkt Markus Tröbelsberger. Relativ neu seien Techniken wie Haarverlängerung und Haarverdichtung. «Ob sich das durchsetzt, wird man sehen,» meint Klaus Tröbelsberger.

Männer wollen so aussehen wie Beckham und «Schweini»

Es gibt jedoch auch Dinge, die sich nie ändern: Dass sich die Frisurenmode nach Prominenten richtet, käme immer wieder vor, erzählen die Friseure. In den 60ern sei die Hochzeitsfrisur von Farah Diba ein echter Renner gewesen, später hätten Farrah Fawcett und Meg Ryan große Trends gesetzt.

Zuletzt waren es eher die Fußballer, wie bei Töbelsbergers beobachtet wird: «Die Männer wollten aussehen wie David Beckham oder Schweini.» Man kann also gespannt sein, welcher Star als Nächstes die Köpfe erobern wird.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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