Tierschutz
Allgäuer Rainer Kählig päppelte verletzten Greifvogel zwei Monate lang auf und lässt ihn wieder fliegen

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Er verabschiedet sich nahezu lautlos, der Schwarze Milan, den Rainer Kählig in einer Wiese bei Haldenwang fliegen lässt. Jetzt ist er wieder bei Kräften und schwingt sich auf in luftige Höhen. Vor gut zwei Monaten aber war der Raubvogel ein Häufchen Elend - mehr tot als lebendig - als ihn der 55-jährige Greifvogelkenner erstmals zu Gesicht bekam.

Ein Landwirt aus Haldenwang hatte den Vogel total entkräftet und durchnässt auf einem Feldweg gefunden. Er nahm ihn mit nach Hause und rief den zuständigen Jäger Rainer Kählig an. Der Hegeringleiter und stellvertretende Vorsitzende des Kreisjagdverbands Kempten konnte es kaum glauben, dass der Vogel noch lebte. << Er hatte eine große, offene Wunde am Flügel, war durchnässt bis auf die Haut und extrem abgemagert. >> Einen verschluckten Vogel entfernte Kählig zuerst aus dem Schlund des Milans. << An dem wäre er sonst erstickt. >> Sanft föhnte er den entkräfteten Vogel zudem ab und erkannte, dass es sich um einen Schwarzen Milan handelte: << Es war ein Weibchen, so um die fünf Jahre alt - und mit sehr großem Appetit, wie sich später herausstellte. >>

In einer sechs mal sechs Meter großen Voliere päppelten der Dietmannsrieder und seine Frau Maria den Vogel unter anderem mit toten Mäusen und Wildfleisch aus der eigenen Kühltruhe wieder auf. Sie gaben ihm den Namen << Blacky >>. Der wunde Flügel war nach einigen Tagen dank einer vom Haldenwanger Tierarzt verabreichten Salbe wieder heil, die Federn nachgewachsen. << Blacky zeigte sich erstaunlich neugierig. Wenn Besucher im Garten waren, setzte sie sich in der Voliere so hin, dass sie alles im Blick hatte, >> schmunzelt Kählig und fügt an: << Wohl typisch für ein Weibchen. >>

Jacke über dem Kopf

Jetzt ist << Blacky >> wieder fit. Fest in seiner Rechten hält der Jäger das Tier, als er zum << Abflugplatz >> läuft. Mit einer Strickjacke hat er die Augen des Vogels verdunkelt, damit er ruhig bleibt. Als Kählig die Jacke von Blackys Kopf zieht, muss er aufpassen, dass das Tier ihn nicht mit seinem spitzen Schnabel verletzt. Unruhig blickt der Vogel hin und her. Die Freiheit lockt.

Kählig schwingt seine Arme in die Höhe und lässt den Vogel fliegen. << Blacky >> dreht sich nicht wieder um.

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