Berufsinformation
Allgäuer Berufsoffensive lockt 900 Jugendliche nach Kempten

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Die Schutzbrille angepasst und schon geht’s los: Mit Werkzeugen, die sie zuvor noch nie in der Hand hielten, bearbeiten Alina und Miriam Kalksteinplatten. Steinmetz Daniel Rauch gibt Tipps, in welchem Winkel das Eisen den Stein treffen sollte.

'Das ist total spannend hier', sagen die Jugendlichen. 'Und am besten ist, dass wir so viel selbst machen dürfen.' An insgesamt 19 Stationen können die Jugendlichen an zwei Tagen in zwölf verschiedene Gewerke hineinschnuppern. Im Berufsbildungs- und Technologiezentrum sowie im Berufsschulzentrum präsentieren sich die verschiedenen Innungen.

45 Minuten haben die jungen Leute Zeit herauszufinden, ob ihre Vorstellungen von den jeweiligen Berufen etwas mit der Realität zu tun haben. Für je drei Ausbildungsrichtungen haben sich die Mädchen und Buben vorab entschieden. Viele sind bereits recht gut informiert, wie es etwa bei Friseuren und Malern so zugeht. Teilweise liegen die Jungen und Mädchen aber auch daneben, hat Gottfried Voigt, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Kempten erlebt. 'Zimmerer? Na ja, die machen ja wohl Zimmer', hörte er bei vorangehenden Infotagen in der Region.

Mit solch irrigen Einschätzungen räumen Fachlehrer, Ausbilder, Innungsmeister, Gesellen und Azubis gründlich auf. Wolfgang Pfalzer, der in Memmingen Schreiner an Maschinen ausbildet, fegt das 'Meister-Eder-Image' weg. 'Möbelbau steht bei uns nicht mehr so im Vordergrund.' Er spricht über Fenster- und Treppenbau, verschiedene Böden und Unterschiede der einzelnen Holzarten. Besonders der Trick mit dem freihändigen Anreißen von Werkstücken imponiert seinen Zuhörerinnen.

Werbung in eigener Sache machen natürlich auch die Bäcker - ihnen mangelt es seit Jahren an Nachwuchs. 'Dabei ist es so ein geiler Beruf', schwärmt stellvertretender Obermeister Reinhold Speiser. 'Man kann kreativ sein, ist verantwortlich fürs tägliche Brot und hat jeden Nachmittag frei.' Ans frühe Aufstehen gewöhnt man sich, bestätigt Korbinian Hindelang, der im dritten Lehrjahr steht.

Weiterer Trumpf im Handwerk ist den Verantwortlichen zufolge der schnelle Weg in ein Studium über den Meisterbrief - mit allen Karriere-Chancen, die sich die jungen Leute wünschen könnten.

In welche Richtung es gehen soll, ist auch nach den beiden Infotagen bei den meisten Jugendlichen noch nicht entschieden. Mancher weiß nun aber immerhin, welche Arbeit ihm nicht so liegt. 'Das Gefiesele mit den Kabeln', lehnt ein hochgeschossener Schüler ab: 'Ich glaub, da hab’ ich zu große Hände.'

Den Artikel zur Allgäuer Berufsoffensive finden Sie auch in der Allgäuer Zeitung vom 27.02.2014 (Seite 33).

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