Wetter
Allgäuer April macht, was er will: Sonne satt, zu warm und zu trocken

Eigentlich gilt der April als launisch mit viel unbeständigem Wetter. Doch heuer war es teils schon frühsommerlich warm und viel zu trocken. Rund vier Grad wärmer als im langjährigen Mittel präsentierte sich der Monat in diesem Jahr laut der Station Oberstdorf des Deutschen Wetterdienstes (DWD).

Zugleich war der April 2011 der vierte Monat in Folge, in dem erheblich zu wenig Niederschlag fiel. Normalerweise wären es beispielsweise in Oberstdorf rund 135 Liter pro Quadratmeter, bis gestern waren es nur etwas über 40. Normal wären laut langjährigem Mittel in Oberstdorf im April 135 Sonnenstunden, heuer waren es bisher aber schon über 200.

Das milde Wetter hat dazu geführt, dass viele Pflanzern im Allgäu früher als sonst blühen und im Wachstum um bis zu 14 Tage voraus sind. Verschiedene Wiesengräser seien dem normalen «Fahrplan» der Natur beispielsweise um zwei Wochen voraus, berichtet Wilfried Dettmer von der Agrarmeteorologischen Beratungsstelle des DWD in Weihenstephan. Bei Kirsch- und Apfelblüte betrage der Vorsprung in der Region etwa acht bis zehn Tage. Den jeweiligen Vegetationsstand beurteilen spezielle Beobachter, so genannte Phänologen.

Das für wissenschaftliche Zwecke genutzte phänologische Grundnetz des Wetterdienstes mit etwa 1300 ehrenamtlichen Beobachtern umfasst insgesamt 147 Pflanzen, die ständig im Auge gehalten werden. Während die meisten Phänologen ihre gesammelten Jahresdaten nach Ende der Vegetationsphase am 15. November einreichen, gibt es auch 400 so genannte Sofortmelder. Siemelden das Erreichen verschiedener Vegetationsstufen umgehend an den Wetterdienst weiter.

Dazu gehört auch der Flug von Blütenstaub für die bei Allergikern geschätzten regionalen Pollenflug-Vorhersagen. Von besonderer Bedeutung sind die Informationen der Sofortmelder auch für die Winzer. Meldungen über Boden- und Kornfeuchte oder Pflanzenkrankheiten spielen in Ackerbaugebieten eine wichtige Rolle.

Bergwanderungen schon möglich

Dettmer von der argrarmeteoroloischen Beratungsstelle ist überzeugt: Seit Jahren sei ein klarer Trend zu einem immer früheren Vegetationsbeginn festzustellen. Das habe eindeutig mit dem Klimawandel zu tun, sagt er.

Im Allgäu haben Bergwanderer dem milden Wetter heuer einen frühen Start in die Bergsaison zu verdanken. So öffnen am Wochenende weitere Unterkunftshütten: Am 1. Mai (Sonntag) beispielsweise die Otto-Mayr-Hütte, das Staufner Haus und die Kenzenhütte. Bereits offen sind unter anderem die Bad Kissinger Hütte (noch nicht für Übernachtungen) und auch das Grüntenhaus. Während am Allgäuer Hauptkamm noch winterliche Verhältnisse herrschen, können viele Vorberge schon gut bestiegen werden. Am Hauptkamm allerdings sind Touren nur mit entsprechender Ausrüstung und Erfahrung möglich.

Altschneefelder könnten insbesondere in den Morgenstunden noch hart gefroren sein, warnt Jochen Brune von der Alpinen Auskunft des Deutschen Alpenvereins (DAV) in München. Mit einem Jazzkonzert endet am morgigen Sonntag auf dem Nebelhorn die Skisaison. Dort laufen für Wintersportler noch zwei Sessellifte und die Hauptbahn.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by Gogol Publishing 2002-2020

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen