Umwelt
Allgäuer Altbautage in Kempten: Das Bewusstsein fürs Energiesparen gestärkt

'Was haben wir in den vergangenen 15 Jahren erreicht?' Martin Sambale, Geschäftsführer des Energie- und Umweltzentrums Allgäu (Eza) stellte diese Frage am Freitag Abend bei einer Podiumsdiskussion zum Auftakt der 15. Allgäuer Altbautage an der Hochschule Kempten.

Um dann gleich selbst die Antwort zu geben: Fast 28.800 Energie-Beratungen, über 2.000 Eza-Vorträge und heuer eingerechnet etwa 150.000 Besucher. Imposante Zahlen, die von den Gästen der Eröffnung staunend zur Kenntnis genommen wurden.

Über die Statistik hinaus bedeuten für Kemptens Hochschulpräsident Professor Dr. Robert F. Schmidt 15 Jahre Altbautage eine gute Partnerschaft zwischen Eza und seinem Haus. 'Wir haben auf dieser Basis Kompetenz aufgebaut und Studiengänge mit Schwerpunkt Energieeffizienz eingerichtet', sagte Schmidt. Für Kemptens Oberbürgermeister und zugleich Eza-Vorsitzenden Dr. Ulrich Netzer ist vor allem wichtig, 'dass wir seit 15 Jahren gemeinsam das Bewusstsein gestärkt haben, was jeder Einzelne beim Energiesparen und beim Sanieren tun kann.' Da sei das Allgäu mental vielen Regionen weit voraus.

Was Markus Brehm, Geschäftsführer des mitveranstaltenden Allgäuer Zeitungsverlages, begeistert, sei vor allem Eza selbst. Das Kürzel taufte er dabei prompt um in 'Erfolg zum Anfassen'. Die Zusammenarbeit mit Eza funktioniere prima, bis heute ohne Vertrag und nur mit Handschlag. Brehm strich auch heraus, dass durch die Menschen, die sich bisher von Eza haben beraten lassen, Sanierungsmaßnahmen in Höhe von 800 Millionen Euro umgesetzt worden seien.

Nach der Podiumsdiskussion stellte Baumeister Ing. Elmar Draxl von der Neuen Heimat Tirol Passivhausprojekte aus dem österreichischen Nachbarland vor. Die Neue Heimat Tirol ist eine 1939 gegründete gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Innsbruck und des Landes Tirol, die mittlerweile 17 000 Wohnungen verwaltet. 1996 baute die Neue Heimat Tirol das erste Niedrigenergiehaus und in der Folge bis heute rund 1000 Wohneinheiten im Passivhausstandard. 2009 wurde das 'Lodenareal' fertiggestellt, damals mit 354 Sozialwohnungen das weltweit größte Passivhausprojekt.

Nur noch im Passivhaus-Standard

Die Häuser werden 'passiv' genannt, weil der überwiegende Teil des Wärmebedarfs aus 'passiven' Quellen gedeckt wird, wie Sonneneinstrahlung und Abwärme von Personen und technischen Geräten. Das Passivhaus darf laut den Zertifizierungskriterien des Passivhausinstituts Darmstadt einen Heizwärmebedarf von 15 Kilowattstunden (Energiegehalt von etwa 1,5 Liter Heizöl) pro Quadratmeter in einem Jahr nicht übersteigen.

Seit 2012 baut die Tiroler Wohnungsbaugesellschaft nur noch im Passivhaus-Standard. Denn die Erfahrungen sind sehr gut, wie Draxl versicherte: Die Heizkosten seien konstant gering, die Solaranlagen auf den Dächern lieferten Strom, die Komfortlüftungen sorgten für gute Luft und hohen Wohnkomfort und die Anfälligkeit für Schimmelbildung wäre gering. Das alles senke die Kosten und würde sich auch günstig auf die Miete der Bewohner auswirken. Wegen dieser positiven Begleiterscheinungen plant die Neue Heimat Tirol bereits weitere 1000 Wohneinheiten im Passivhaus-Standard.

Das könnte Sie auch interessieren

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen
Powered by Gogol Publishing 2002-2019