Special Prozesse im Allgäu SPECIAL

Verhandlung
Allgäuer (42) in Ravensburg vor Gericht: Er soll Obdachlosen vergewaltigt haben

Ein Fall, der im Mai 2014 für Schlagzeilen gesorgt hat, wird ab Montag (Beginn: 14 Uhr) vor dem Landgericht Ravensburg verhandelt: Die Staatsanwaltschaft wirft einem 42-jährigen Mann aus dem Allgäu vor, einen Obdachlosen auf einem Feldweg in Friedrichshafen vergewaltigt zu haben. <%IMG id='1262949' title='Paragraf'%>

Es ist Samstag, 17. Mai 2014, als sich in der Toilette des Stadtbahnhofs in Friedrichshafen zwei Männer – wohl zufällig – begegnen. Ein 42-Jähriger bietet einem 19-jährigen Obdachlosen an, ihn mit zu sich nach Hause zu nehmen, wo er etwas zu essen und zu trinken bekomme. <%LINK text='Der 19-Jährige willigt ein und steigt zu dem Fremden in dessen Auto ein' tag='' type='Artikel' id='1634955' %>.

Die Fahrt führt in Richtung Friedrichshafen-Ost und endet auf einem landwirtschaftlichen Weg in der Nähe des Don-Bosco-Heims. Dort hält der 42-Jährige an, steigt aus, reißt die Beifahrertür auf und zerrt den 19-Jährigen aus dem Auto.

Anschließend geht er mit ihm in ein angrenzendes Waldstück, stößt den jungen Mann zu Boden, fesselt ihm die Arme auf den Rücken und vergewaltigt den Wehrlosen. Als sich ein anderes Auto nähert, lässt der Täter ab und flüchtet. Soweit die Schilderung des Opfers, die die Staatsanwaltschaft für glaubwürdig hält.

Es dauert zehn Monate, bis die Polizei den mutmaßlichen Vergewaltiger festnimmt. Den entscheidenden Hinweis lieferte ein DNA-Treffer, verrät Karl-Josef Diehl, Sprecher der Staatsanwaltschaft Ravensburg. Der 42-Jährige, den die Polizei am 25. März 2015 festnimmt, ist nämlich kein Unbekannter. Der im Allgäu wohnhafte Mann ist erheblich vorbestraft und war wegen verschiedener Sexualverbrechen schon einige Jahre im Gefängnis.

Die Staatsanwaltschaft stützt ihre Anklage nicht nur auf die Aussagen des Opfers und objektive Befunde. 'Es gibt auch eine gewisse Ähnlichkeit zu vorangegangenen Taten', sagt Karl-Josef Diehl. Laut Staatsanwaltschaft hat der Beschuldigte in den Verhören die Tat bislang pauschal bestritten. Er gebe an, dass die sexuellen Handlungen nicht unter Gewalt erzwungen worden seien, sondern in beiderseitigem Einvernehmen geschahen.

Wie die verhängnisvolle Begegnung der beiden Männer an jenem Abend im Mai 2014 wirklich verlaufen ist, will das Landgericht an vorläufig drei Prozesstagen herausfinden. Karl-Josef Diehl betont, dass es bei der Verhandlung nicht nur um die Verurteilung und das Strafmaß gehe. Angesichts der Vorstrafen des Angeklagten sei auch die Frage interessant: Ist der Mann für die Allgemeinheit gefährlich? Und sind damit die Voraussetzungen für eine Sicherungsverwahrung gegeben?

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