Wirtschaft
Alleinerziehende berichten in Memmingen, wie sie private Aufgaben und Arbeitswelt unter einen Hut bringen

Als alleinerziehendes Elternteil dürfe man im Beruf, noch dazu als Führungskraft, nie sagen 'Das geht nicht', betonte Brigitte Abrell. Stattdessen müsse man sich fragen, wie es gehen könnte. Abrell nahm bei der Veranstaltung 'Alleinerziehend - eine Chance für die Wirtschaft!' an einer Talkrunde teil. Dabei schilderten vier Alleinerziehende ihre Erfahrungen.

Claudia Fuchs, städtische Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte, Martina Weinmüller als Beauftragte für Chancengleichheit bei der Agentur für Arbeit und Isolde Stock vom 'Projekt Frau & Beruf' hatten die Veranstaltung initiiert. 'Die Alleinerziehenden zeigten sich mit den gebotenen Informationen und Workshops sehr zufrieden', so Fuchs. 'Am Informationsabend für die Arbeitgeber hätten wir uns aber zur Thematik des Führens in Teilzeit mehr Resonanz erwartet', fügte sie hinzu.

Vier Lebensentwürfe

Vier verschiedene Lebensentwürfe von Alleinerziehenden waren Inhalt einer Talkrunde, die Claudia Flemming moderierte. Brigitte Abrell wurde Mutter, kurz nachdem sie eine Führungsposition übernommen hatte. Klinikseelsorger und Religionslehrer Josef Epp musste sich nach dem Tod seiner Frau um drei Kinder kümmern. Molkereicontroller Hermann Seiler bekam nach der Scheidung das Sorgerecht für seine Tochter und Schauspielerin Sandra Pagany zog trotz Ausbildung und unregelmäßigen Arbeitszeiten zwei Kinder groß.

Einige Erfahrungen vereinen die Vier: Sie haben sich ein gut funktionierendes Netzwerk geschaffen, das ihre Kinder dann auffängt, wenn sie selbst beruflich unterwegs sein müssen. 'Ohne dieses Netzwerk geht gar nichts', so Pagany. Und Epp fügte hinzu: 'Es erziehen dann zwar viele Leute meine Kinder. Aber verantwortlich bin ich allein.'

'Sache des Ehrgeizes'

Dass Alleinerziehende in Teilzeit besonders effizient arbeiten würden, bestätigten alle Betroffenen. 'Wir müssen das gleiche Wissen und die gleichen Fertigkeiten mitbringen wie Vollzeitkräfte', so Seiler. Abrell ergänzte, dass es für sie 'natürlich auch eine Sache des Ehrgeizes ist, die Arbeit perfekt abzuliefern'. Sandra Pagany berichtete, dass sie beim Erarbeiten von Szenen und Theaterstücken viel weniger Zeit zur Verfügung habe, die Qualität der Arbeit darunter aber nicht leiden dürfe.

Wissenschaftliche Untersuchungen untermauerten, dass Teilzeitkräfte mit einer erhöhten Effizienz arbeiten würden, so Martina Weinmüller von der Arbeitsagentur. 'Es ist und bleibt aber ein Spagat' sagte Abrell, denn das Kümmern um das Kind verlange immer wieder Kompromisse in der Ausübung des Berufes.

Die Gesprächsrunde und die Workshops hatten schlussendlich eine hoffnungsvolle Botschaft: Für Alleinerziehende sei auch in Führungspositionen 'vieles möglich, was man zunächst nicht glaubt'.

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