Ostallgäu / Kaufbeuren
Allein bei Gelenken 700000 Euro gespart

Vor einem Jahr schlitterte das Kommunalunternehmen Kreiskliniken Ostallgäu-Kaufbeuren in eine schwierige Lage: Der einstige Vorstandsvorsitzende wurde aufgrund eigenmächtiger Entscheidungen und hochspekulativer Geldgeschäfte fristlos freigestellt. Die Defizite der fünf Kliniken explodierten. Wenig später übernahm Karl Spindler das Management als Interims-Vorstand. Nach einem Jahr sieht er die fünf Häuser auf einem guten Weg: Das Defizit soll heuer bei fünf Millionen Euro liegen - rund 500000 Euro unter der Prognose und drei Millionen unter dem Vorjahresniveau. Spindler stützt sich dabei auf die Zahlen des ersten Quartals und die Entwicklung bis Juni.

Fünf statt 30 Stellen gestrichen

Dass die Kliniken auf dem Weg der Genesung sind, führt Spindler auf mehrere Faktoren zurück: Wichtigster Punkt sind niedrigere Kosten. Beispielsweise beim Einkauf künstlicher Gelenke spare man 700000 Euro pro Jahr (Infokasten). Weitgehend verschont blieb das Personal: Bei rund 1600 Beschäftigten wurden fünf statt geplanter 30 Stellen gestrichen. Dies hängt auch mit steigenden Fallzahlen zusammen. Von Januar bis März wurden in den Kliniken 700 Patienten mehr versorgt als im ersten Quartal 2008. Die Steigerung, so Spindler, fand bei den Krankenkassen nur wenig Zuspruch. Spindler geht aber davon aus, dass Patienten aus der Region für den Zuwachs verantwortlich sind, die bisher auswärtige Kliniken bevorzugten.

Grund für die wachsende Patientenzahl ist laut Spindler zudem ein intensiverer Austausch mit den niedergelassenen Ärzten. Diese werden regelmäßig über Neuerungen informiert. Ferner biete man den Ärzten eine konsiliare Zusammenarbeit an. Dabei können externe Mediziner die Häuser für Eingriffe nutzen. Aus diesem Grund übernimmt das Kommunalunternehmen auch eine private ambulante Tagesklinik, die in den Räumen des Marktoberdorfer Krankenhauses untergebracht ist. In der Tagesklinik können die Beleg- und Konsiliarärzte aus Orthopädie sowie Augenheilkunde operieren - und bei Bedarf auf die Klinik zurückgreifen.

Neben vielen dezentralen Angeboten in den fünf Häusern gibt es weitere Zentralisierungen: Nach der Anästhesie wird die Radiologie aller Häuser in einer Abteilung zusammengefasst. Nach einer Zentralisierung strebt man auch im wirtschaftlichen Bereich: Das Sozialministerium fordert noch fünf Abschlüsse für fünf Kliniken und gibt fünf Investitionsbudgets. Der Wunsch Spindlers wäre noch ein Budget für alle Kliniken. Dadurch wäre man flexibler.

Angebot in Kliniken erhalten

Spindler blickt kurz vor seinem Abschied zuversichtlich in die Ostallgäuer Klinikzukunft: «In drei Jahren kann man das Defizit von acht Millionen Euro wegkriegen.» Zudem könne man ein «gewisses medizinisches Grundangebot» in allen Häusern erhalten. Ob dort rund um die Uhr Operationen möglich sein werden, lässt Spindler offen.

Nötig sei aber nicht, eine Klinik wie in Obergünzburg faktisch in ein Altenheim umzuwandeln, wie dies vorgeschlagen wurde.

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