Kaufbeuren
Alle warten auf Frau Holle

Der Winter kündigt sich an: Heute sollen auch im Kaufbeurer Raum Schneeflocken vom Himmel fallen. Für die Mitarbeiter der Bauhöfe ist das um diese Zeit nichts Außergewöhnliches. An den Bundes- und Kreisstraßen werden bereits Schneezäune montiert. Und in der Stadt Kaufbeuren stehen zwei Fahrzeuge in Bereitschaft, sind also technisch für den Streudienst ausgerüstet.

«Wir sind vorbereitet», sagt Kaufbeurens Bauhofleiter Georgio Buchs. Das Streugutlager ist aufgefüllt. Das allerdings heißt: Die Vorräte reichen lediglich für eine Woche. Die Stadt ist auf schnellen Nachschub angewiesen, was üblicherweise auch klappt. Immerhin betreut der Bauhof im Stadtgebiet 302 Kilometer Straße. Bei einem richtig harten Wintereinbruch mit lang anhaltendem Schneefall, Tau- und Frostphasen, schmelzen die Salz- und Splittvorräte aber schnell dahin. Engpässe gibt es in Kaufbeuren wie in anderen Kommunen fast in jedem Jahr einmal, wenn es ordentlich schneit, zuletzt im Februar 2008. Der Grund: Autobahnmeistereien werden in solchen Fällen bevorzugt von den Salzherstellern bedient; Stadt- und Landkreisbauhofe müssen auch mal auf eine Lieferung warten. Seit Jahren sucht Buchs nach einer weiteren Lagerstätte, die er über die eigene Halle hinaus anmieten könnte.

Doch das aggressive Lagergut macht viele Halleneigentümer skeptisch: In Sorge um die Bausubstanz ihrer Gebäude lehnen sie ab.

Mit einem allzu heftigen Winterauftakt rechnet Buchs diesmal jedoch nicht. Bis 600 Meter könnte es herunterschneien, womit auch in Kaufbeuren Schnee möglich ist. Während es in den niederen Lagen (660 m) des Stadtgebietes wohl nass wird, könnte sich in den höheren Lagen wie im Bereich Kemnat (rund 800 m) oder in den Umlandgemeinden bereits Frau Holle melden. «Aber die Straßen sind noch warm», sagt Buchs. Der Schnee werde wohl nicht lange liegen bleiben. Sollte es dennoch Probleme geben, sei der Winterdienst sofort unterwegs, selbst wenn die laufende Bereitschaft erst ab 1. November vorgesehen ist.

Der Winterdienst ist aber nur ein kleiner Teil dessen, was der Bauhof zu erledigen hat. Die Straßensicherheit beispielsweise wird auch durch das Laub beeinträchtigt. «Die Blätter werden kontinuierlich zusammengekehrt», sagt Buchs, sowohl mit Kehrmaschinen auch als mit Schaufel und Besen. Das teils nasse und damit schmierige Laub auf den Straßen ist auch der Grund, warum Buchs zu umsichtiger Fahrweise rät. «Mitunter sind die Blätter viel gefährlicher als der erste Schnee.»

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