Eifersucht
Alkoholisierter 23-Jähriger verletzt Opfer vor Disko in Kaufbeuren

'Das ist ein extrem gefährliches Verhalten', sagte der Staatsanwalt in einem Strafverfahren vor dem Amtsgericht zum Ausraster eines 23-jährigen Angeklagten. Der junge Mann, der damals laut Zeugen alkoholisiert und eifersüchtig war, hatte im November 2011 vor einer Kaufbeurer Diskothek einem 31-jährigen, vermeintlichen Rivalen mindestens einmal eine Bierflasche auf den Kopf geschlagen.

Das Glas zerbrach, der Geschädigte erlitt Schnittwunden an der Stirn und im Bereich der linken Augenbraue. Vor Gericht gab der Angeklagte die Attacke zwar grundsätzlich zu, reklamierte für sich aber eine Art Notwehr. Davon konnte nach Überzeugung der Richterin keine Rede gewesen sein:

Selbst wenn man zugunsten des jungen Mannes unterstelle, dass er zuvor am Hals gepackt worden sei, habe er keinesfalls zuschlagen dürfen. 'Er muss gehen', betonte die Vorsitzende und verurteilte den Angeklagten wegen gefährlicher Körperverletzung zu zehn Monaten auf Bewährung und 2 000 Euro Geldauflage.

Der Vorfall hatte sich laut der Aussage eines unabhängigen Zeugens folgendermaßen abgespielt: Der Geschädigte habe frühmorgens vor der Disco der Freundin des Angeklagten Feuer geben wollte, woraufhin dieser die Beherrschung verloren und einmal mit der Flasche zugeschlagen habe. Zuvor, so erinnerte sich der Zeuge, habe der junge Mann auch schon auf ihn eifersüchtig reagiert: 'Er war sauer und wollte Stress.

' Die Zeugen aus dem Lager des Angeklagten hatten zwar ebenfalls mindestens einen Schlag mit der Bierflasche geschildert. Laut ihren Aussagen hatte aber der Geschädigte den Angeklagten im Streit am Hals gepackt. Für die Richterin kam es bei der Schuldfrage darauf nicht an.

Wie schon der Staatsanwalt im Plädoyer, verwies auch sie im Urteil auf das extrem hohe Gefahrenpotenzial einer Flaschen-Attacke: Wenn der Geschädigte 'nur einen halben Zentimeter weiter im Bereich der Schläfe getroffen worden wäre, dann hätte er tot sein können.'

Dass es die Vorsitzende trotz zweier einschlägiger Voreintragungen noch bei einer Bewährungsstrafe beließ, lag vor allem daran, dass es sich um die erste Freiheitsstrafe handelt und der Angeklagte beruflich und sozial integriert ist.

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