Aktienbrauerei
Aktienbrauerei Kaufbeuren: Vorstand setzt Beschluss der Hauptversammlung zur Kapitalerhöhung um

Die Aktienbrauerei Kaufbeuren rudert weiterhin heftig, um bald wieder eine Bilanz mit besseren Zahlen vorlegen zu können. Nun greifen die Brüder Stritzl, die über ihre Augsburger Gesellschaft 'Hopfen & Malz' rund 85 Prozent der Aktien halten, dem Unternehmen erneut finanziell unter die Arme. Vorstand Werner Sill setzt den Beschluss der außerordentlichen Hauptversammlung vom Oktober 2011 um, mit der das Grundkapital der Gesellschaft durch die Ausgabe neuer Aktien erhöht werden soll. Dies sei zur Sicherung der Liquidität notwendig. 'Ein Angebot der Hauptaktionäre, die im Zuge der Kapitalerhöhung neu emittierten Aktien gegebenenfalls vollständig zu zeichnen, hat die Gesellschaft angenommen', teilt das Unternehmen mit. Dabei soll das Grundkapital von 1,42 Millionen auf bis zu 1,56 Millionen Euro angehoben werden. Die Ertrags- und Finanzlage der Gesellschaft hat sich demnach nach Ende des vergangenen Geschäftsjahres im September 2011 nicht verbessert. So weist der interne Zwischenabschluss zum 31. Dezember 2011 einen Verlust von 431 000 Euro aus, der laut Sill im Wesentlichen auch zahlungswirksam ist.

Neben den üblichen saisonalen Auswirkungen auf den Bierabsatz hätten die Instandhaltungs- und Wartungsarbeiten nicht wie im Vorjahr durch den Verbrauch von Rückstellungen 'erfolgsneutral' erfasst werden können. Zudem verursachten neue Produkte höhere Kosten im Vertrieb. Die Kreditlinien der Gesellschaft seien ausgeschöpft.

Sill verweist auf die schwierigen Rahmenbedingungen auf dem bundesdeutschen Biermarkt. 'Der langfristige Trend mit einem Rückgang des Pro-Kopf-Verbrauchs für Bier in Deutschland setzt sich weiter fort', so der Brauereichef. Somit werde das Kaufbeurer Unternehmen seine Anstrengungen auf das Ausland sowie Produkt- und Verpackungsinnovationen lenken. Ziel sei es, das laufende Geschäftsjahr 2011/2012 dadurch 'bestenfalls mit einem ausgeglichenen Ergebnis abzuschließen'.

Dennoch wurde laut Sill weiter investiert. Zum Jahresende sei eine zweite Fotovoltaikanlage mit Kosten in Höhe von 920 000 Euro in Betrieb genommen worden. Die Modernisierung der Steuerung im Sudhaus gilt als abgeschlossen. Für das EDV-gestützte Flottenmanagement seien nochmals 20 000 Euro investiert worden.

Eine Abfüllanlage für das neue Verpackungssystem namens 'Bag-In-Box' werde derzeit gebaut.

Sill rechnet zwar nicht mit einer schnellen Entspannung der Lage in den Geschäftsjahren 2011/2012 sowie 2012/2013. Für das Folgejahr sieht der Vorstand allerdings Möglichkeiten für einen leicht höheren Umsatzerlös, 'wenn sich unsere verstärkten Vertriebsaktivitäten auswirken werden'.

Der Brauereichef erhofft sich vor allem Impulse in den Auslandsgeschäften, darunter in größerem Umfang für den chinesischen Markt. Priorität habe es zudem, weiterhin Kosten zu senken und innerbetriebliche Strukturen und Produktionsabläufe zu verbessern.

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