Röthenbach
AKS darf Wasser in den Schwarzenbach leiten

Die Allgäuer Kies- und Schottwerke (AKS) dürfen das auf dem Gelände der Deponie im Röthenbacher Ortsteil Steinegaden anfallende Sickerwasser in den Schwarzenbach ableiten und damit den Umweg über die Kläranlage samt entstehenden Kosten einsparen. Voraussetzung dafür ist, dass die regelmäßigen Proben ergeben, dass das zuvor gesammelte Wasser frei von Schadstoffen ist. Mit maximal 14000 Kubikmetern jährlich ist zu rechnen.

Auf großes Interesse stieß die Diskussion im Gemeinderat - wie nur selten reichten die Besucherstühle im Sitzungssaal nicht aus. Unter den Besuchern war mit Elmar Ohmayer auch der Leiter der AKS-Umwelttechnik, der zu Fragen der Gemeinderäte Stellung nahm. So erläuterte er, dass die Leitung zum Schwarzenbach bereits besteht. Über sie wird schon heute das Niederschlagswasser aus der befestigten Deponiefläche abgeleitet. Die Befürchtungen einiger Gemeinderäte, durch die Einleitung würde der Bach über Gebühr belastet, entkräftete Ohmayer. «Das ist schon physikalisch nicht möglich». Eine Drossel verhindert demnach die Einleitung, wenn aufgrund starker Niederschläge viel Oberflächenwasser vorhanden ist.

Insbesondere Stephan Wagner hatte die zusätzliche Einleitung hinterfragt: «Mir fällt auf, dass der Bach bei Regen immer mehr ausufert». Dies sei weniger geworden, seit das Regenüberlaufbecken in Ellhofen in Betrieb sei, stellte Bürgermeister Bert Schädler fest. Eine Verschlechterung der Bachsituation sei nicht zu erwarten, so der Rathauschef. Maximal 50 Liter pro Sekunden könnten zusätzlich in den Bach fließen. Erwin Rudhart wies darauf hin, dass der bislang vorgeschriebene Umweg über die Kläranlage nicht immer sinnvoll ist: «Unbelastetes Wasser kann die Kläranlage in großen Mengen belasten».

Einstimmige Entscheidung

Letztendlich stimmte der Gemeinderat einstimmig für die beantragte Änderung. Danach kann die AKS das unverschmutzte Sickerwasser nach Durchlauf durch einen Partikelfilter zunächst in Becken sammeln. Dann erfolgt die Probenentnahme durch ein Labor. Das Ergebnis wird dem Wasserwirtschaftsamt vorgelegt und dieses gibt dann die Freigabe. Sind Verschmutzungen vorhanden, muss das Wasser jedoch durch die Kläranlage laufen. Der Klärwärter steuert in diesem Fall je nach Wasserlage den Zufluss.

Standort verändert

Zuvor hatte der Gemeinderat nachträglich dem geänderten Standort der Pufferbecken für das Sickerwasser auf dem Deponiegelände zugestimmt. Die Becken waren um 25 Meter gegenüber der ursprünglichen Planung versetzt worden, um die Zufahrt zur Deponie zu gewährleisten.

Damit liegen sie außerhalb des planfestgestellten Bereiches.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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