Lindenberg / Lindau
Ärzte unterstützen Volksbegehren

Viele Ärzte im Landkreis unterstützen das Volksbegehren zum Nichtraucherschutz. In einer Anzeige wirbt das Gesundheitsnetz Westallgäu für Unterschriften. «Es geht vor allem um den Schutz von Nichtrauchern», erklärt dessen Sprecher, Dr. Franz-Joseph Sauer, das Ziel der Mediziner.

Zehn Prozent der Wahlberechtigten in Bayern müssen in den Rathäusern unterschreiben, um einen Volksentscheid in Sachen Nichtraucherschutz zu erreichen. Zwei Tage vor Ablauf der Eintragungszeit fehlen auch im Westallgäu noch Stimmen.

Unterstützt wird das Volksbegehren von Ärzten. Dr. Sauer, Sprecher des Gesundheitsnetzes Westallgäu, hat dabei vor allem zwei Punkte im Auge: Prävention, also die Krankheitsvorsorge, und den Schutz der Passivraucher. «Aus medizinischer Sicht kann man einen Nichtraucherschutz nur begrüßen», sagt der Mediziner. Er verweist in dem Zusammenhang unter anderem auf die «chronisch obstruktive Bronchitis» (COPD). An ihr sterben jährlich rund 900 Passivraucher. «Ich hatte Patienten mit dieser Krankheit in meiner Praxis, die lange in Kneipen gearbeitet, aber nachweislich nie geraucht haben» (Sauer).

Kinder und Jugendliche im Blick

Unterstützt wird das Volksbegehren auch von Ärzten im unteren Landkreis. «Es geht nicht um die Verfolgung von Rauchern, vielmehr steht der Schutz der Nichtraucher im Vordergrund», sagen die beiden Lindauer Mediziner Peter Steiner und Harald Tegtmeyer. Letzterer will als Kinder- und Jugendmediziner vor allem junge Menschen geschützt wissen. Wenn die jetzt gültigen Ausnahmeregelungen zum Dauerzustand würden, befürchtet er «verheerende Wirkung auf Kinder und Jugendliche». Denn Erwachsene, die sich in Nebenräume von Diskotheken zurückzögen oder in Eckkneipen, übten eine stark negative Vorbildfunktion aus.

Die Beteiligung in den Gemeinden des Landkreises ist nach Angaben der ÖDP stark unterschiedlich. Deshalb hofft deren Kreisvorsitzender Xaver Fichtl auf einen «starken Endspurt». Während sich in den Seegemeinden Wasserburg und Bodolz bis gestern Vormittag schon über zehn Prozent der Wahlberechtigten in den Rathäusern eingetragen hatten, verlief das Begehren in den Städten Lindenberg (7,5 Prozent) und Lindau (7,2 Prozent) eher schleppend.

Scheidegg Spitzenreiter

«Spitzenreiter» im Westallgäu war Scheidegg (acht Prozent), Schlusslichter Heimenkirch (4,4 Prozent) und Hergatz (3,3 Prozent). Unter den Bezirken Bayerns bildet Schwaben das Schlusslicht.

«Momentan muss ich befürchten, dass die Lindenberger eine große Gelegenheit, in einer Angelegenheit direkt mitentscheiden zu können vertun», sorgt sich ÖDP-Kreisvorsitzender Xaver Fichtl.

Das Volksbegehren läuft noch bis zum 2. Dezember. Am MIttwoch kann man sich letztmals in den Rathäusern in die Listen eintragen.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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