Kempten
Ärger über «völlig verwahrloste» Gräber

Auf dem Friedhof unter der Burghalde befindet sich das Grab von Max Förderreuther, Ehrenbürger der Stadt Kempten. «Diese Grabstätte ist völlig ungepflegt, um nicht zu sagen verwahrlost», beklagt AZ-Leser Christian Botzenhardt. Ins gleiche Horn stößt Meinrad Rottmar, der sich vor einiger Zeit über den Zustand des benachbarten Calgeer-Grabes beklagt hatte. Botzenhardt, der aus einer alteingesessenen Kemptener Familie stammt, legt nach: «Für mich ist dieser Zustand beschämend für die Verantwortlichen der Stadt. Nach meiner Auffassung sollten für einen verstorbenen Ehrenbürger noch ausreichend Mittel aus dem Haushalt für die Grabpflege zur Verfügung stehen, auch wenn es Angehörige noch geben sollte, die eigentlich dafür zuständig wären, aber nichts unternehmen.»

Das Thema ist in der Stadtverwaltung nicht neu. Kurz nach der Gebietsreform 1972 wünschte sich der damalige OB Dr. Josef Höß klare Regeln. 1974 beschloss der Stadtrat, dass verstorbene Ehrenbürger, falls nicht anders verfügt, bei einer Beerdigung in Kempten ein Ehrengrab auf die Dauer von 50 Jahren erhalten. Die Stadt übernimmt die Kosten für Grabrecht, gärtnerische Pflege und Gedenktafel mit Hinweis auf die Ehrenbürgerschaft. Nicht bezahlt werden Beerdigungskosten und Kosten des Grabmals.

Stadtgärtnerei kümmert sich

Christa Eichhorst, Leiterin des OB-Büros, erläutert die aktuelle Praxis: «Die Stadtgärtnerei pflegt in enger Abstimmung mit den Angehörigen die Gräber. Bei Alt-OB August Fischer ist das beispielsweise auf dem städtischen Friedhof eine ganz schlichte Gestaltung mit Efeu.

» Und auch nach 50 Jahren stehle sich die Stadt nicht aus ihrer Verpflichtung: «Auch wenn die Unterhaltskosten für ein Grabmal nicht bei der Stadt liegen, so ist unabhängig davon doch die Frage einer kulturgeschichtlichen Bedeutung zu sehen», so Eichhorst. Sollte es notwendig werden, das Calgeer-Grab (Wohltäter der Stadt) zu richten, geschehe dies in Abstimmung mit dem Kirchengemeindeamt.

Im Falle Förderreuther sehe die Lage anders aus. «Das Grab ist längst aufgelöst, aber die Stele hat man belassen. Die gehört der Stadt», weiß der ehemalige Friedhofsverwalter Michael Kennerknecht. Er erinnert sich an das benachbarte Ehrengrab von Konsul Kluftinger: Als das Grab abgeräumt wurde, erhielt die Grabplatte einen Ehrenplatz in der Keck-Kapelle. Kluftinger hatte sich um den Erhalt des Gotteshauses stark gemacht.

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