Ärger über Abo-Neuvergabe

Marktoberdorf | sg | Vieler Erklärungen bedurfte die komplette Neuvergabe der Abo-Plätze im Marktoberdorfer Modeon. Denn zur Spielsaison 2008/2009 werden die bisher bestehenden zwei Abonnement-Ringe komplett aufgelöst und zu einem einzigen Wahlabonnement zusammengeführt. So mancher treue Abonnent verlor dadurch seinen angestammten Platz. Dies verärgerte etliche Betroffene, die teils seit der Eröffnung des Modeons 1983 ihren festen Sitzplatz hatten. Zu ihnen gehört Josef Bischof aus Biessenhofen. Weil er verreist war, konnte er nicht rechtzeitig reagieren. Wenn er nun keinen Platz nach seinen Vorstellungen angeboten bekommt, wird er auf sein Abo verzichten und auf den freien Verkauf umsteigen. ?Etwas sauer bin ich schon.? Und so gehe es vielen, mit denen er gesprochen habe. Das Gleiche erzählt Bärbl Weiß ? ebenfalls seit 1983 Abonnentin. Sie habe zwar sofort ein Fax geschickt, dass sie ihr Abo auf einem ihrer Wunschplätze verlängern wolle. Noch habe sie aber keine Bestätigung, ob dies auch klappe.

In vielen Gesprächen, so Kulturamtsleiter Rupert Filser, sei aber letztlich auch Verständnis für diesen radikalen Schnitt gewonnen worden. Allerdings sind bislang mit 439 Abonnements 229 weniger verkauft worden als in der vorhergehenden Saison (668). Noch bis 1. September können jedoch weitere Abos erworben werden.

Mit ?Gegenwind?, so Filser, habe gerechnet werden müssen. Aber auch bei den Diskussionen im Kulturausschuss sei deutlich geworden, dass Handlungsbedarf bestand. Die Zahl der verkauften Abos sei seit einigen Jahren rückläufig gewesen. In Hoch-Zeiten sei man mit drei Ringen bei 1100 gelegen, zuletzt mit zwei Ringen bei 668.

Sparen an Quantität statt an Qualität

Bei der Entscheidung für das Wahl-Abo seien wirtschaftliche Gründe ausschlaggebend gewesen. Nicht einmal Highlights ? wie zuletzt das Konzert mit der Philharmonie Irkutsk ? seien annähernd ausverkauft gewesen. ?Wir spüren natürlich die Konkurrenz rund um Marktoberdorf?, führt Filser ins Feld. Weiter gibt er zu bedenken, dass sich die Kosten für Tourneebühnen in den vergangenen zehn bis 15 Jahren verdoppelt haben. Nur moderat seien gleichzeitig die Eintrittspreise gestiegen.

?Das städtische Angebot im Modeon soll, so will es auch der Kulturausschuss, nicht qualitativ reduziert werden. Dafür geht es an die Quantität?, erklärt Filser. Jetzt gebe es zwar nur noch einen Ring, die Zusammenstellung der Veranstaltungen könne dafür individueller gestaltet werden.

Zum Grundabo mit drei Veranstaltungen können bis zu vier Angebote zusätzlich gebucht werden.

Bisherige Abonnenten, so erläutert Filser, seien zweimal direkt angeschrieben und auf die grundsätzliche Neuverteilung der Plätze hingewiesen worden. ?Dabei wurde die Vergabe nach dem zeitlichen Eingang der Abo-Bestellung geregelt?, beteuert Filser. Nach dem Prinzip: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.

Filser und seine Mitarbeiter hatten es bei der Neuerung, so Filser, aber nicht nur mit verärgerten Abonnenten zu tun. ?Wir haben auch positive Reaktionen bekommen.? Dabei ging es vor allem um den Punkt, die Zusammenstellung sehr individuell gestalten zu können.

Auch von einem weiteren Trend, so Filser, erhoffe er sich einen guten Besuch der Modeon-Veranstaltungen: Immer mehr Besucher entscheiden sich für den freien Verkauf statt für ein Abo. Eine weitere Neuerung, die ab 1. September funktionieren soll, komme dem sicherlich entgegen. Ab diesem Zeitpunkt können Modeon-Karten im Internet geordert und am heimischen Drucker ausgedruckt werden. Das komme dann auch den ganz Kurzentschlossenen entgegen ? und sie müssten nicht einmal mehr an der Abendkasse anstehen.

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