Kempten
Ärger: Derbys finden an zwei Tagen hintereinander statt

Auch wenn es die unterste Liga im Ringen ist, die Derbys zwischen dem TSV Kottern und dem SV 29 Kempten in der Bezirksliga sind das Salz in der Suppe in dieser Sportart. Es gibt nur diese zwei Mannschaften im Oberallgäu. Und dann feuern Hunderte von Fans ihre Mannschaften, ihre Kämpfer an. Es hat was von einem Ausnahmezustand. Die Stimmung ist angeheizt, die Emotionen kochen hoch. Männersport halt, Faszination pur.

Am heutigen Freitag ist es wieder so weit. Der TSV Kottern empfängt ab 20 Uhr in der Turnhalle an der Hanebergstraße den Lokalrivalen SV 29 Kempten. Doch wie schon in der vergangenen Saison findet der Rückkampf gleich am folgenden Tag statt. Am Samstag ab 19.30 Uhr ist der SV 29 Kempten dann in der Turnhalle des Hildegardis-Gymnasiums der Gastgeber.

Dass die beiden Derbys unmittelbar aufeinanderfolgen, das versteht bei beiden Teams niemand. Man ist sogar richtig sauer auf Ligenleiter Hans Beland (Gernlinden), der den Klubs dieses Dilemma gar schon zum zweiten Mal hintereinander eingebrockt hat. Ursprünglich war Belands Plan, die Derbys sogar an einem einzigen Abend mit Vor- und Rückkampf zu veranstalten.

«Das konnten wir gerade noch verhindern», sagt der Kotterner Abteilungsleiter Anton Trunzer. «Er macht Beland zum Vorwurf: «Es hätte mit Sicherheit noch andere Möglichkeiten gegeben, die Saison so zu planen, dass wir nicht schon wieder an einem Wochenende zwei Derbys haben.» Er glaubt, Beland «hat sich einfach zu wenige Gedanken gemacht. Kempten ist die einzige Stadt mit zwei Vereinen in der Bezirksliga. Das gibt es nicht, dass es nicht anders gegangen wäre.»

«Nächtelang Gedanken gemacht»

Der Gescholtene ist sich keines Fehlverhaltens bewusst. Beland: «Ich habe mir nächtelang Gedanken gemacht, wie es anders gehen kann. Aber ich bin zu keiner Lösung gekommen.» Das Problem, so der Ringer-Funktionär: «Wir haben in dieser Saison zehn Vereine in der Bezirksliga. Das heißt: Wir haben 18 Kämpfe pro Mannschaft. Es stehen aber bis zum Saisonende am 5. Dezember nur 14 Wochenenden zur Verfügung.»

Das bedeute, so Beland weiter: «Es müssen Doppel-Wettkämpfe an einem Wochenende stattfinden.» Der 5. Dezember als Saisonende sei vom Ringer-Verband im Rahmen-Terminkalender so vorgeschrieben. Es sei nicht möglich, Kämpfe bis in den Januar hinein zu schieben. Auch müsse er in der Terminplanung die Situation der vier zweiten Mannschaften der Liga berücksichtigen, die durch die Termine ihrer ersten Mannschaften gebunden seien.

Beland weist die Vorwürfe der Kemptener Vereine zurück, die ihm fehlendes Fingerspitzengefühl in der Planung vorwerfen. Die Termine seien bereits seit April bekannt. Ein früherer Saisonstart sei von den Vereinen abgelehnt worden. «Und schon im August wollte keine Mannschaft kämpfen.»

Kein Favorit auszumachen

Anton Mayr (43), der Trainer des SV 29 Kempten, winkt ab: «Jetzt muss man halt damit leben. Aber ärgerlich ist das schon.» Er konzentriert sich mit seiner Mannschaft ganz auf die zwei Kämpfe gegen den ewigen Rivalen aus Sankt Mang. Einen Favoriten kann er nicht ausmachen. «Es wird wie immer eng. Es kommt darauf an, wie der Gegner aufgestellt ist.» Doch wie, das verrät der Kontrahent aus Kottern im Vorfeld nicht.

«Natürlich nicht», sagt Markus Mair (32), der Trainer des TSV Kottern. Das fängt schon bei seiner Person an. In den ersten zwei Kämpfen der Saison stand er nicht auf der Matte. «Verhindert», sagt er vielsagend und schmunzelt. «Aber ich bin dabei. Entweder als Trainer oder als Trainer und Ringer.» Auch er glaubt, dass es nicht möglich ist, den Sieger vorherzusagen. «Derbys werden im letzten Kampf entschieden. Völlig unabhängig davon, wo ein Verein in der Tabelle steht.»

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