Forstwirtschaft
AELF startet «Bildungsprogramm» für die rund 12000 Waldbesitzer im Landkreis

Ob Aufforsten, Baumfällen oder Borkenkäfer: Wer Wald hat, braucht Fachkenntnis, um ihn zu bewirtschaften. Dabei helfen soll das «Bildungsprogramm Wald», das das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten jetzt gründete.

<< Das Programm richtet sich an Ostallgäuer Waldbesitzer und solche, die es werden wollen >>, sagt Forstberater Harald Husel vom AELF Kaufbeuren. Handelt es sich bei dem Programm also um ein Spezialangebot für einen kleinen Personenkreis? Mitnichten.

Im Ostallgäu gibt es circa 12000 Waldbesitzer (Infokasten), wie Husel weiß, der die Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Marktoberdorf berät. Ihm zufolge ist das << Bildungsprogramm >> ein erstmaliger Versuch, Wald-Vorträge und -begehungen im Ostallgäu zu bündeln.

Initiator ist das AELF. Auch die Forstbetriebsgemeinschaften im Landkreis, die Bayerischen Staatsforsten, der Landesbund für Vogelschutz (LBV) und das Landratsamt sind beteiligt. Das Programm umfasst sieben Vorträge, die jeweils von 20 bis 22 Uhr im Gasthof Vogler in Leuterschach stattfinden.

Sieben verschiedene Themen und eine Exkursion

Auftakt ist am Dienstag, 20. September: Im Einführungsvortrag (<< Der Wald ist mehr als die Summe von Bäumen >>) spricht Robert Berchtold, Bereichsleiter Forst Süd am AELF.

<< Vom Samen zum Baum >>: Die Seeger Revierförsterin Christine Nordhaus und Moritz Janzen (FBG Marktoberdorf) erklären am 27. September standortgerechte und nachhaltige Aufforstung. Laut Nordhaus sind Erstaufforstungen nicht selten: Durch Ausgleichsmaßnahmen wie beim Ausbau der A7 oder dadurch, dass Bauern ihre Höfe aufgeben, passiere es, << dass aus Äckern oder Wiesen Wald wird >>.

<< Wald vor Wild >>: Berchtold und Franz Nöß, Forstberater der FBG Füssen, befassen sich am 4. Oktober mit dem Thema Wildverbiss. Kaum ein Faktor betrifft die Arbeit des Försters mehr als das Wild.

Biber, Buchdrucker, Baumpilze >>: Gerhard Limmer (Bereichsleiter Forst Nord, AELF) und Florian Geiger sprechen am 11. Oktober u.a. darüber, was gegen Kupferstecher und andere Borkenkäfer hilft.

<< Gemeinsam sind wir stark >>: Bei Holzvermarktung und Interessenvertretung brauchen gerade die Besitzer kleiner Waldflächen die Hilfe der FBGs. Darüber referieren Husel sowie Thomas Worm (FBG Marktoberdorf) am 18. Oktober.

<< Baum ab - ja bitte >>: Über Arbeitssicherheit und darüber, wie man schonend für Boden und Bestand Bäume fällt, sprechen Obergünzburgs Revierförster Georg Schön und Horst Deigendesch (Bayerische Staatsforsten) am 25. Oktober. Apropos Arbeitssicherheit: Bei der Waldarbeit passieren immer wieder schwere Unfälle. Husel zufolge kein Wunder - angesichts der Kräfte, die bei Fällung und Abtransport von Bäumen wirkten.

Er geht im Ostallgäu von ein bis zwei Unfalltoten im Jahr aus.

<< Bruno - willkommen bei Freunden >>: Um den Wald als Lebensraum für Tiere, um FFH-Gebiete und << Einschränkungen für Waldbesitzer durch den Naturschutz >> (so Husel) geht es am 3. November im Vortrag von Hilmar Schreiter (LBV) und Ralph Dietenberger (AELF).

<< Ohne Regeln geht es nicht >>: Über Waldgesetz, Nachbarrecht und finanzielle Förderungen sprechen Gerhard Limmer und Ludwig Klein (AELF) am 8. November.

Exkursion im Wald: Das Gelernte in der Praxis sehen können die Teilnehmer dann am 12. November um 13 Uhr im Ettwiesenwald. (hkw)

Anmeldung bis 15. September beim AELF, Tel. 08362/93875-0, Fax 93875 -21, E-Mail: poststelle@aelf-kf.bayern.de

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