Erinnerung
Acht Jahre alten Gagarin abgelichtet

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50 Jahre ist es her, dass der sowjetische Raumfahrer Juri Gagarin im April 1961 mit seinem Raumschiff «Wostok 1» als erster Mensch ins All flog und die Erde dabei in 108 Minuten einmal umrundete. Auch die Gedanken von Hermann Sohn aus Gschwend (bei Schwäbisch Gmünd) gehen auf eine Reise in die Vergangenheit, wenn er den Namen Gagarin hört. Als er jetzt zu Besuch bei seiner Tochter in Kardorf (Gemeinde Kronburg) war und in der Memminger Zeitung einen Beitrag über den Kosmonauten las, bot Sohn spontan ein Foto Gagarins an, das er selbst geschossen hat.

Es war der 12. April 1942, als der damals 29-jährige Unteroffizier während seines Einsatzes in dem kleinen russischen Dorf Kluschino eine Gruppe einheimischer Dorfbewohner fotografierte. Unter ihnen der achtjährige Juri Gagarin, der mit seiner Familie dort lebte, wo die deutschen Soldaten monatelang stationiert waren und einen sehr guten Kontakt zu den Einwohnern pflegten. «Es war ein gutes Miteinander, wir halfen uns gegenseitig; und die Menschen im ländlichen Kluschino waren dankbar für die Verpflegung, die sie von uns bekamen. Es war ja nach dem berüchtigten eisigen Hungerwinter 1941/42, der mit bis zu 50 Grad Minus nicht nur für die deutschen Soldaten, sondern auch für die russische Bevölkerung schrecklich war», erzählt der heute 98-Jährige.

Fast die gleiche Mütze getragen

Sohn ahnte damals nicht, dass der kleine Juri genau 19 Jahre später weltberühmt werden sollte. Erkannt habe er ihn aber sofort, als 1961 das Bild vom ersten Menschen im All um die Welt ging. Sogar fast die gleiche Mütze habe Juri getragen, wie auf «seinem Foto» von 1942, erinnert sich der rüstige Rentner, der auf ein bewegtes Leben zurückblickt.

Man hört ihm gerne zu, diesem geistig und körperlich ungeheuer fitten Mann. Ob er aus seinem Privat- oder Berufsleben oder von seiner abenteuerlichen Heimkehr aus Russland erzählt: Zahlen und Fakten sind dem fast Hundertjährigen so präsent, dass man an seinem hohen Alter zweifeln möchte.

Kardorfer hilft beim Übersetzen

Das Foto möchte Sohn nun auch an die US-Bundesbehörde für Luft- und Raumfahrt NASA sowie ans Stadtarchiv von Gagarin (russische Stadt, die nach dem Kosmonauten benannt wurde) schicken. In der Kardorfer Nachbarschaft hat Hermann Sohn bereits jemanden gefunden, der sein Begleitschreiben ins Russische übersetzen wird.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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