Jugendhilfeausschuss
Abschlussfeiern: Stadt will weiter nur ein Fest

Oberbürgermeister Dr.Ulrich Netzer hat es geahnt. «Jetzt wirds noch mal schwierig», sagte er nach über dreieinhalb Stunden Sitzung im Jugendhilfeausschuss. Das Thema: die Schulabschlussfeier(n) 2011. Netzer sollte recht behalten. Mehr als neue Denkanstöße für eine interne Diskussion kamen nicht heraus. Die Stadt plant wie berichtet, am 11. Juli im Parktheater eine Feier für alle Schularten auf die Beine zu stellen. Damit will sie verhindern, dass auf den Illerwiesen unkontrolliert gefeiert und getrunken wird. Ein Vorschlag, mit dem Schülervertreter nicht allzu viel anfangen können.

«Eigentlich gibt es nur eine Lösung», brachte es Siegfried Oberdörfer (SPD) auf den Punkt: «Beten, dass es zwei Wochen lang regnet.» Denn die Schüler wollen seiner Aussage nach nicht später feiern. Auch nicht erst am Abend des letzten Prüfungstags. «In dem Moment, indem sie die letzte schriftliche Prüfung hinter sich haben, beginnt die Schools out Party», sagte der Stadtrat mit jahrelanger Erfahrung als Konrektor. Herbert Rotter, Schulleiter der Robert-Schuman-Schule bezweifelte nicht, dass eine einheitliche Feier von den Schülern angenommen würde. Allerdings würden die «Feierbiester», wie er die Abschlussklässler nannte, diese nur als zusätzliche Fete sehen.

Im Fokus der Überlegungen stehen laut Thomas Baier-Regnery, Leiter des Amts für Jugendarbeit, Mittel-, Förder- und Realschüler. Denn die Abiturienten seien oft volljährig und könnten selbst Feten veranstalten. Deswegen stellt er sich das Parktheater auch als besonders attraktiv vor. Schließlich hätten Minderjährige dort in der Regel keinen Zutritt. Zudem sprechen seiner Meinung nach folgende Gründe für das Parktheater und gegen öffentliche Gelände:

l An Orten wie der von Schülern vorgeschlagenen Burghalde seien deutlich mehr Sicherheitskräfte notwendig. Diese Einschätzung teile auch die Polizei.

l Der technische Aufwand wäre deutlich größer.

l Durch die ZUM sei die Anbindung des Parktheaters gut. Zudem könnten Eltern ihre Kinder dort ohne Probleme abholen.

l Weil der Eintritt erschwinglich sein soll, dürften keine zu hohen Kosten entstehen.

Anders sah dies Stadträtin Claudia Dress (CSU): «Wir haben die Feiern an der Iller kanalisiert.» Dort sei alles noch überschaubar. Das sieht die Polizei jedoch anders. «Die Illerauen sind keineswegs ein Erfolgsmodell», sagte Ulrich Müller von der Polizeiinspektion. In den vergangenen Jahren habe es massive Verstöße gegen den Jugendschutz gegeben und die Polizei habe kaum etwas dagegen tun können. Das brachte den Ausschuss auch zu der Frage, die am Ende unbeantwortet blieb: «Was machen wir, wenn sie trotzdem in der Stadt feiern?»

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