Kirche
Abschied von Kemptener Stadtpfarrer Dr. Lechner

Seine Predigten waren gefragt. Vielen Gläubigen gab er geistige Impulse mit. Und im Dekanat bescheinigte man ihm, der Seelsorge Vorrang vor der Verwaltung eingeräumt zu haben. Jetzt will er sich (wie er selbst sagt) stärker in den spirituellen Bereich zurückziehen: Der katholische Dekan und Stadtpfarrer von St. Lorenz, Dr. Michael Lechner, der am Wochenende seinen Abschied nahm.

Nach vier Jahren in Kemptens größter Pfarrei geht er ans Priesterseminar St. Hieronymus und leitet das Exerzitienhaus in Leitershofen. Nachfolger Dr. Bernhard Ehler wird ab Mai die Pfarrei übernehmen.

'Halten Sie Gott im Herzen wach'. Dies gab der Stadtpfarrer bei seiner letzten Predigt den Gläubigen in St. Lorenz mit. Unglaublich viele Chancen habe die Pfarrei. Doch in allem, was sie tue, sei der entscheidende Punkt: Dass es einer Gemeinde gelinge, dies in Gottes Wachsein zu tun.

Er selbst, so Lechner beim Pfarrfamilienabend werde die Begegnungen in der Seelsorge, auch die Gestaltungsfreiheit, Dinge in Bewegung zu setzen, vermissen. Die Aufgaben in St. Lorenz hätten viel Kraft eingefordert – und im Nachhinein wundere er sich über die Selbstverständlichkeit, mit der er anfangs sagte: 'Das machen wir'.

In Gang gesetzt hat der Stadtpfarrer mit seinem Team einiges in der Pfarrei: Die City-Seelsorge zum Beispiel, ein Pilotprojekt in der Diözese, die konkret und sichtbar Kirche zum heutigen Leben öffnen soll. Gelungen ist dies mit dem City-Café, der Eltern- und Familienarbeit, erweiterten Gottesdienstformen (Mittagmesse, offene Anbetung) sowie Glaubenskursen, aber auch mit Gesprächsrunden mit Prominenten.

Keinen leichten Stand hatte der Dekan freilich, als er im Auftrag der Diözese die Zusammenlegung von Pfarreien umsetzen musste. Und nach den Vorfällen rund um Bischof Mixa wollte Lechner sein Amt als Dekan nicht mehr ausüben. Ein Wunsch, den ihm die Diözese jedoch versagte.

Dies alles spielte beim Abschied keine Rolle. Die Mitarbeiter ließen ihren Chef nur ungern ziehen, wie Josephine Vögele vom Pfarrbüro meinte. Nicole Probst und Petra Eberhard (Haus für Kinder) erinnerten an viele Unternehmen, Musikstücke (beispielsweise von Gemeindereferentin Birgit Schüßler) waren allein Lechner gewidmet. Und wie gut die Ministranten ihren Pfarrer kannten, wurde bei einem Quiz deutlich: Da erfuhr man unter anderem, dass der Dekan ein hervorragender Kickerspieler sei und ein Freund des Christbaumlobens.

Wie wichtig dem Stadtpfarrer aber auch die Kinder waren, zeigte sich beim Gottesdienst am Sonntag: Von jedem Kind der Kindergottesdienst-Gemeinde gab es eine Blume.

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