Abschied
Abschied vom Redaktionsleiter der Allgäuer Zeitung Hermann König

So wie ihn seine Leser über viele Jahre kannten und schätzten, so wie ihn seine Mitarbeiter und Kollegen über viele Jahre kannten und schätzten, genau so gestaltete gestern Hermann König seinen Abschied: schnörkellos und direkt.

'Ich habe fertig, der Mann mit der Fliege geht nach Hause', sagte der Mann, der 15 Jahre lang die Redaktion unserer Zeitung leitete, nahm sein textiles Markenzeichen ab und steckte es in die Sakkotasche. Lang anhaltender, von Respekt und Zuneigung geprägter Applaus der rund 130 Gäste aus allen gesellschaftlichen Bereichen begleitete Hermann König zurück zu seinem Platz, zurück zu seiner Frau Elinor, zurück zu Sebastian, einem seiner beiden Söhne.

Denn was hätte er denn auch noch ergänzen sollen, dieser im Allgäu tief verwurzelte Franke Hermann König? Schließlich sei doch schon alles gesagt worden, eben nur nicht von ihm. So beschränkte sich König auf ein Danke an die Partner der Chefredaktion in Augsburg und seine eigene Mannschaft, zum anderen an die Lobredner, derer es gestern zwei im Allgäuer Medienzentrum in Kempten gab.

Da war immerhin der ehemalige bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber ans 'Mikros-kop, äh Mikrofon' geeilt, um in 'glodernder rhetorischer Flut' einen Streifzug durch Bayern, Deutschland, Europa, die Welt und eben das Leben jenes Hermann Königs zu wagen, der Stoiber alias Wolfgang Krebs seit langem freundschaftlich verbunden ist.

Markus Brehm, der Geschäftsführer des Allgäuer Zeitungsverlages, war es, der die beruflichen Stationen Hermann Königs Revue passieren ließ. Nach dessen Zeit in Schwabach, Regensburg und Tauberbischofsheim war König Ende 1980 ins Allgäu gekommen. In diesen fast 33 Jahren habe er die 'Entwicklung des Hauses von einer - flapsig formuliert - Art Handwerksbetrieb über ein solides mittelständisches Druck- und Verlagshaus in das vielfältig aufgestellte Allgäuer Medienzentrum mit begleitet', so Brehm.

Den Frankenmensch Hermann König charakterisierte der Frankenmensch Brehm als 'dynamische Gesamterscheinung', als 'Franken-König Hermann', der stets knapp, treffend und präzise formuliert habe. Bei aller fachlichen Qualifikation habe den Vorgesetzten Hermann König ein 'weiterer großartiger Wesenszug' ausgezeichnet: 'Er ließ auf seine Mitarbeiter - von wem auch immer - nichts, aber auch gar nichts kommen.'

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