Neuanfang
Abschied vom Chef der Caritas Kempten-Oberallgäu

Mitarbeiter auch in ihrer persönlichen Lebenssituation sehen, ihre Talente fördern, mit Achtsamkeit führen. Aber von ihnen auch einfordern, kreativ und flexibel zu sein, sich stets zu vernetzen, mutig Neues zu probieren – auch wenn mal etwas schief geht. Als Chef, sagt Uwe Hardt, habe er das stets versucht.

Dass es dem Geschäftsführer der Caritas Kempten-Oberallgäu gelungen sein muss, ein sehr gutes Klima zu schaffen, zeigte der bewegende Abschied im Kollegenkreis. Viel Mühe hatten die Mitarbeiter zuvor investiert, hatten extra einen Film in Stuttgart gedreht – und dem Geschäftsführer damit seinen Abschied nicht gerade leichter gemacht.

Für Uwe Hardt, so sagt er, war die Zeit aber reif für einen beruflichen Wechsel. Nach 19 Jahren, in denen es sein wichtigstes Ziel gewesen sei, die Caritas weiterzuentwickeln, damit sie wirken und wirksam sein könne. Menschen in allen Lebenslagen befähigen, anstatt für sie ihre Probleme lösen, so Hardt, sei Aufgabe der Caritas. Einrichtungen wie Youngcaritas, Familienzentrum, Freiwilligenagentur, 'Meine Gemeinde – Heimat für alle', das Demenzzentrum oder der Bürgertreff 'Zahnrad' waren ihm deshalb besonders wichtig – 'weil sie dem Ziel dienen, dass Menschen befähigt oder zusammengebracht werden, um ihre Lebensbedingungen zu fördern und zu verbessern'.

Als sehr wichtiges Projekt in seinen 19 Jahren betrachtet Hardt auch die Entwicklung zu einem flexiblen mit vielfältigen Projekten überall vernetzten Verband. Mit seinen mittlerweile 30 Fachbereichen sei dieser präsent, mische sich in sozialen Fragen ein, werde von Gemeinden und Behörden gehört, sei in gesellschaftlichen Kreisen anerkannt.

Das zeigte sich auch bei Hardts offizieller Verabschiedung mit über 100 Gästen. So sagte Kemptens OB Thomas Kiechle, dass Uwe Hardt und Caritas in der Region einfach zusammengehörten, 'eins' seien. Landrat Anton Klotz betonte, dass Hardt Lobbyarbeit geleistet habe für Menschen in sozialen Notlagen. Eine hohe fachliche Kompetenz, Leidenschaft für die Sache, eine hervorragende Vernetzung und den Blick für Probleme und ihre Lösung bescheinigten Hardt die Vertreter der Gremien.

So hoben Gerhard Dorn (Vorstand) und Anton Obermaier (Caritasrat) Hardts authentisches und offenes Auftreten und Führen hervor. Heribert Schwarz (Sozialstation) übertrug Hardts private Leidenschaft (Fußball und Die Toten Hosen) aufs Berufliche: Energie pur. Und Pfarrer Gerhard Scharrer (Diakonie, Sozialstation) stellte heraus, wie viele Angebote die Caritas nun für Senioren habe.

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