Aborthaus und Friedhof

Kaufbeuren | fro | 'Das denkmalgeschützte Moosmanghaus des Alten- und Pflegeheims der Hospitalstiftung ist ein Beispiel, dass in die Ausstellung passt: Unsere Bewohner leben und unsere Mitarbeiter arbeiten in einem Denkmal', erklärte Heimleiter Wolfgang Scupin. Er eröffnete zusammen mit Oberbürgermeister Stefan Bosse in dem Heim die Ausstellung 'Leben mit Denkmälern' der Heimatpflege des Bezirkes Schwaben.

Seit 1988 macht die Heimatpflege zu wechselnden Themen Wettbewerbe. Das Ergebnis der Veranstaltung von 2004 liegt in einer Ausstellung vor, die bereits in Frankreich oder verschiedenen Schlössern zu sehen war. Nun wird sie in dem Altenheim gezeigt. Der Bezug ergebe sich aus der Geschichte: Die Hospitalstiftung wurde 1249 gegründet und ist eine der ältesten Einrichtungen in Kaufbeuren. Das Heim befindet sich zudem in einem denkmalgeschützten Haus. 'Die Ausstellung passt also hierher', meinten unisono Scupin und der OB.

Arbeiten im Denkmal

In sechs Kapiteln ist 'Leben mit Denkmälern' gegliedert. 'Arbeiten im Denkmal' zeigt die preisgekrönten Bauten der Koneberg-Bäckerei in Irsee oder der Stadtapotheke in Kaufbeuren, in denen heute noch reger Betrieb herrscht. In Kapitel zwei werden die sechs Preisträger mit ihren Fotos vorgestellt. 'Gefährdete Denkmäler' zeigt einen alten Friedhof in Memmingen, der durch Schändungen und Verfall verunstaltet ist oder die Mahlmühle von 1715 in Markt Rettenbach, der eine Photovoltaikanlage aufgesetzt wurde. 'Das ist schlimm', kommentierte Stadtheimatpfleger Anton Brenner die Bilder.

Zu 'Leben und Wohnen im Denkmal' gehört der restaurierte Pfarrhof in Ebenhofen oder ein skurriles Aborthaus in Oberostendorf. In 'Pflegen und Erhalten' wird die Dreifaltigkeits-Kapelle von 1704 in dem gleichen Ort ebenfalls gewürdigt. Schließlich zeigt 'Umnutzung', wie aus Altem sinnvolles Neues entstehen kann - etwa das Stadtcafé in Kempten, dessen neue Gestaltung die Gliederung der alten Fassade berücksichtige. Deshalb sprach auch Bosse von der Verantwortung, welche die Stadt angesichts von 255 Einzeldenkmälern in Kaufbeuren habe. 'Das ist eine Herausforderung, stößt aber auch an Grenzen', erklärte der OB. Denn neben dem Erhalt der Denkmäler sei auch eine sinnvolle Stadtentwicklung zu gewährleisten. 'Wir bewegen uns immer in einem Spannungsfeld', meinte deshalb Bosse.

'Leben mit Denkmälern' ist noch bis zum 11. Juni von 6 bis 20 Uhr täglich im Alten- und Pflegeheim im Gartenweg 9 in Kaufbeuren zu sehen.

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