Abgeordneter Ferber: Biomasse wichtiger Wirtschaftsfaktor

Bauern setzen auf Energie Oberallgäu (az). Im Landkreis Oberallgäu sind rund 3000 landwirtschaftliche Betriebe angesiedelt, fast zwei Drittel davon sind Haupterwerbsbetriebe. Für diese Landwirte kann die Biomasse nach Ansicht des Europa-Abgeordneten Markus Ferber zum wirtschaftlichen Erfolgsfaktor für die Zukunft werden. Denn nach EU-Plänen soll der Anteil der erneuerbaren Energien am gesamten EU-Energieverbrauch bis zum Jahr 2010 auf zwölf Prozent steigen, bis zum Jahr 2020 sind 20 Prozent geplant.

Ferner möchte die EU die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verringern und den Anteil von Biokraftstoffen am Kraftstoffmix bis 2020 europaweit auf zehn Prozent steigern. Der schwäbische Europaabgeordnete Ferber ist sich sicher: 'Langfristig sind erneuerbare Energien wie Biomasse, bei deren Energiegewinnung nur soviel CO2 frei wird wie vorher gebunden war, ohne Alternative.'

Energetisch nutzbare Biomassepotenziale würden durch die Waldbewirtschaftung, die Holzverarbeitung, die landwirtschaftliche Pflanzenproduktion sowie durch Tierhaltung anfallen. Erneuerbare Energieträger aus Biomasse sind beispielsweise Brennholz, Holzhackschnitzel und Bioethanol, wies Ferber hin. Bereits heute würden durch den energetischen Einsatz von Biomasse im Freistaat rechnerisch jährlich fast 2,5 Milliarden Liter Heizöl eingespart und rund 6,6 Millionen Tonnen CO2 vermieden. 'In Schwaben hängt jeder siebte Arbeitsplatz direkt oder indirekt mit der Landwirtschaft zusammen', berichtete Ferber. Werde Biomasse energetisch genutzt, bleibe die Wertschöpfung in der Region. Biomasse schließe auch ökonomisch sinnvolle Kreisläufe, helfe Arbeitsplätze zu erhalten und stärke die ländliche Struktur.

'Schwaben gilt beispielsweise als Holzregion Bayerns', so Ferber. Die jährlichen Holzzuwächse lägen dort außerhalb der Bergregion um 30 Prozent über dem ohnehin guten bayerischen Durchschnitt von 33 Millionen Kubikmeter pro Jahr. Von diesem jährlichen Zuwachs würden jedoch zur Zeit nur zwei Drittel genutzt zur Energieerzeugung in Form von Brennholz, Hackschnitzel oder Pellets. Ferber: 'Bezogen auf den Brennstoffpreis pro Energieeinheit kosten Holzpellets dabei heute nicht einmal die Hälfte von Heizöl.' Auch der aus Biomasse gewonnene Stromanteil könne von derzeit zwei Prozent auf langfristig 16 Prozent ausgebaut werden.

Für schwäbische Landwirte bieten sich 'Chancen als Energiewirte', ist sich der EU-Parlamentarier sicher. Eine Überzeugung, die sich bereits in den aktuellen Ausbildungszahlen niedergeschlagen hat: Im Herbst 2006 haben 787 Jugendliche in Bayern mit einer Ausbildung als Landwirt begonnen. Das seien 105 Lehrlinge mehr als im Vorjahr, was einem Anstieg von 16 Prozent entspreche.

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