Kranzegg
Abenteuerspielplatz für jedermann

Geduckt prescht der Skifahrer auf die Schanze zu. Die Arme sind eng angelegt, der Schal flattert im Fahrtwind. Die Senke vor dem Hindernis drückt ihn in die Knie, dann schießt er über die Kante, die Arme weit ausgestreckt. Gleißendes Sonnenlicht fängt sich in seiner Brille, einen Moment fliegt er. Dann graben sich seine Ski schon wieder in den Schnee. Eine Kurve, Schnee spritzt auf, der Jugendliche saust zum Lift. Das Ganz noch einmal.

Die zwei «Kicks» - die Sprung-Hindernisse - sind beliebt im Funpark Grünten. Das Gelände hat laut Maxi Kaiser von der Firma Schnee-stern die ideale Neigung für Sprünge jeder Größe. «In den letzten zwei Jahren hatten wir leider zu wenig Schnee, um da was aufbauen zu können.» Das liege auch daran, dass der Park relativ niedrig liegt - etwa hundert Meter über der Mittelstation.

Eigenes Fahrerteam im Einsatz

Der Park werde ansonsten sukzessive erweitert, um ihn auf dem neuesten Stand zu halten. Dazu hat Schneestern ein eigenes Fahrerteam: «Die fahren herum und spüren die neusten Entwicklungen auf.» Aktueller Trend sind kleinere Elemente, die die Fahrer nur kurz berühren. «Es entwickelt sich mehr und mehr hin zum Abenteuerspielplatz», erklärt Kaiser lachend. Grund dafür ist die steigende Zahl von Anfängern, die lieber kleinere, verspielte «Obstacles» fahren.

Die Erkenntnisse fließen in die Parkplanung mit ein, ein umfangreiches Procedere, das natürlich im Sommer passieren muss. Schnee-stern betreut den Funpark Grünten mittlerweile in der vierten Saison. Es habe immer schon Versuche von lokalen Fahrern gegeben, dort einen Park einzurichten. «Relativ klein» sei er, erklärt Kaiser, geeignet für die Ansprüche von Jüngeren bis hin zu Fortgeschrittenen. Zur Ferienzeit werde der Park zu fast 100 Prozent von Touristen genutzt, sonst sei es eine «gesunde Mischung». Sowohl an lokale Fahrer als auch an Touristen richtet sich der Park. Gleiches gelte für Snowboarder und Skifahrer, deren Anzahl dank dem Boom der «Twin-Tip»-Ski sich ungefähr die Waage hält, sagt Kaiser.

Noch immer fahren hauptsächlich Jungs durch den Park, aber: «Vor fünf Jahren war es vielleicht ein Mädchen unter Tausend. Heute sind es 10, 20 Prozent.» Und: «Funparks sind raus aus der Extremsportecke.» Die Parks glichen sich an die Entwicklung an, 25-Meter-Sprünge seien 5- bis 10-Meter-Sprüngen gewichen, die nicht nur von Profis gefahren werden können.

Kernzielgruppe sind die Zwölf- bis 20-Jährigen. «Das sind die, die in der Szene die Trends festlegen.» Die Generation, die damit groß geworden ist, fahre aber auch noch. Um den Funpark Grünten kümmert sich das Personal der Bergbahn.

Alle zwei Tage sieht jemand von Schneestern nach dem Rechten. «Ein Funpark gehört heute zum Skigebiet einfach dazu», sagt Kaiser. Kinder und Jugendliche forderten Action und Abenteuer.

Der 29-Jährige prognostiziert: «In zehn Jahren wird es kaum noch ein Skigebiet ohne Park geben.»

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