Lindenberg / Lindau
81 Prozent der Straftaten geklärt

Mit 404 Straftaten hatte es die Lindauer Kriminalpolizei im vergangenen Jahr zu tun. Vier von fünf der Taten haben die 15 Beamten geklärt. «Ein überragendes Ergebnis», sagt Kripochef Reinhard von der Grün.

Der Erste Kriminalhauptkommissar leitet die Lindauer Inspektion seit 1999. Nur einmal hatte die Inspektion in der Zeit weniger Straftaten verzeichnet. 2009 gingen vor allem die Betrugsfälle zurück. Im Jahr zuvor hatten noch zwei Serientäter die Fallzahlen nach oben getrieben. Unabhängig von solchen Ausschlägen in der Statistik nach oben oder unten, ist sich Reinhard von der Grün in der generellen Einschätzung der Lage mit seinen Kollegen einig: «Der Landkreis war und ist eine sichere Gegend.»

Zwei Delikte haben im vergangenen Jahr in der Öffentlichkeit für besonderes Aufsehen gesorgt. Sie beschäftigen die Beamten teilweise noch heute. Zum einen die versuchte Vergewaltigung einer 14-Jährigen abends im Sommer in Schreckenmanklitz (Weiler-Simmerberg).

Die Kripo geht nach wie vor von einem Serientäter aus. Seine Spuren hatte der Mann bereits 2000 in Isny und 2008 in Lindenberg hinterlassen. Beide Male hatte der Unbekannte junge Frauen überfallen. In Isny direkt an einem Weinzelt. Die Polizei geht also von einem skrupellosen Täter aus, der entweder in der Gegend wohnt, oder zumindest einen Bezug ins Westallgäu hat. Zwei weitere Überfälle (2007 in Lindau und 2005 in Lindenberg) tragen eine ähnliche Handschrift. Auch für sie könnte der unbekannte Mann, der zwischen 30 und 45 Jahre alt sein soll, verantwortlich sein.

Noch nicht alle Spuren, die der Mann in Schreckenmanklitz hinterlassen hat, sind ausgewertet. Haare liegen noch in einem Speziallabor. «Von der Auswertung erhoffen wir uns durchaus noch weitere Aufschlüsse», sagt Kurt Kraus, stellvertretender Leiter der Kripo.

Durchaus nicht alltäglich war der zweite Fall, den die Kripo im Herbst intensiv beschäftigt hat. Zum einen wegen der Schwere der Tat, zum anderen wegen ihrer internationalen Bedeutung. Im Oktober war in Scheidegg-Lindenau ein Arzt vor seinem Haus niedergeschlagen, nach Frankreich entführt und dort vor einem Justizgebäude abgelegt worden. Der Drahtzieher, ein Franzose, beschuldigt den Mediziner, vor 18 Jahren seine 14-jährige Tochter ermordet zu haben. Der deutsche Arzt sitzt seit der Entführung in Frankreich in Untersuchungshaft.

Bis zum Herbst muss entschieden sein, ob ihm der Prozess wegen Tötung der 14-Jährigen gemacht wird.

Schnell gefasst hatte die Kripo einen der mutmaßlichen Entführer, der am Tatort deutliche Spuren hinterlassen hatte. Mittlerweile ist ein zweiter Tatverdächtiger dingfest gemacht worden. Jetzt sucht die Kripo noch nach einem dritten Mann. Kraus lobt ausdrücklich die gute Zusammenarbeit mit den Dienststellen in Vorarlberg. Und zwar nicht nur bei dieser aufsehenerregenden Straftat. Sie laufe auch in anderen Fällen «sehr gut.»

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen