80 Kinder zu Junior-Rangern im Naturpark Nagelfluhkette ausgebildet

Sie sind die ersten ihrer Art: 80 Kinder aus dem Oberallgäu dürfen sich jetzt 'Junior-Ranger im Naturpark Nagelfluhkette' nennen. Bei einem Fest im Naturerlebniszentrum im Alp-See-Haus in Bühl erhielten die frischgebackenen Neulinge ihre Urkunden. Bei dieser Ausbildung arbeiten Bund Naturschutz und der Naturpark-Verein Hand in Hand.

Die 50 Buben und 30 Mädchen sind zwischen zehn und elf Jahre alt. Vier Tage lang machten sie sich - aufgeteilt in fünf Gruppen mit je zwei Umweltpädagogen - näher mit dem Naturpark vertraut. Aus amerikanischen Nationalparks kommt das Konzept, Schutzgebiete über die Kinder in die Herzen und Köpfe der Bevölkerung hinein zu bringen.

Das Echo war groß: 114 Bewerbungen für die "Junior-Ranger" gingen ein, erzählt Projektleiter Andreas Güthler. Die zunächst 60 geplanten Plätze ließen sich auf 80 aufstocken. Vier Tage lang streiften die Kinder durch die schönsten Winkel ihrer Heimat.

Sie besuchten etwa typische Feuchtgebiete, von denen es hier immer noch viele gibt - im Flyschgestein sogar ganz oben auf Berggipfeln. Oder sie beobachteten Libellenlarven und andere Tiere in den Tümpeln.

Darüber hinaus untersuchten die Teilnehmer Pflanzen, wie den Mauerpfeffer, der es mit seinen dicken Wasserspeicher-Blättern auf trockenen Plätzen aushalten kann, zum Beispiel auf großen Nagelfluhbrocken. Sie probierten Kräuter am Wegrand und suchten sich die schmackhaftesten aus, um diese mit selbstgeschüttelter Butter zu delikater Kräuterbutter zu verrühren.

Die "Junior-Ranger" wissen jetzt, dass der Besler aus Schrattenkalk, der Sipplinger aus Nagelfluh und der Wannenkopf aus Flysch besteht - weil sie aus dem originalen Gestein Modelle dieser Berge gipsten. Beim Fest am Alp-See-Haus gab es ein Quiz, bei dem sicher auch die Erwachsenen dazulernten. Für Unterhaltung sorgten dort lustige Sketche.

Wie er auf einer Orientierungs-Rallye lernte, mit einem Kompass umzugehen, erzählte der elfjährige Felix: "Wir haben uns auch mit Älplern unterhalten." Die zehnjährige Johanna war mit ihrer Gruppe sogar über die Naturpark-Grenzen unterwegs, in Diepolz im Schlettenmoos, und kann jetzt Rausch- von Heidelbeeren unterscheiden.

Ihr Papa Gerhard ist beim Fest mit dabei. Er findet es toll, dass die Kinder auf diese Art ihre Heimat kennenlernen: Hier würden sie nicht mit abstrakter Theorie vollgepumpt.

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