Statistik
71 Prozent aller Fälle in Lindenberg aufgeklärt

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Die Zahl der festgestellten Straftaten im Dienstbereich der Polizei Lindenberg ist um etwas mehr als vier Prozent gesunken auf 1215. 'Pauschal gesagt, leben wir in einer sehr sicheren Region', sagt Christian Wucher, seit 1. Dezember Leiter der Polizeiinspektion, bei der Präsentation der Jahresbilanz 2011. Er belegt das durch die sogenannte Kriminalitätshäufigkeitszahl (KHZ), die die Anzahl der Straftaten auf 100 000 Einwohner hochrechnet und somit einen guten Vergleich mit anderen Regionen bietet. Im Westallgäu liegt diese Zahl bei 2886 (Vorjahr: 3000) und ist damit deutlich niedriger als im gesamten Landkreis Lindau (4706), im Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West (4435) und in ganz Bayern (4969).

Top ist die Aufklärungsquote, die von 65,1 auf 71 Prozent gestiegen ist und klar über dem bayernweiten Schnitt (64%) liegt. Nicht selten ist dazu eine gehörige Portion an Ausdauer und Akribie notwendig, wie Wucher an einem Beispiel aufzeigt: Im Rahmen der Ermittlungen stellte sich heraus, dass der im August 2011 angezeigte Raubüberfall auf einer Lindenberger Spielothek gar nicht stattgefunden hatte.

Vielmehr war es so, dass der damals 69-jährige Angestellte selbst 1500 Euro aus dem Tresor genommen und sich einen Messerschnitt am Arm zugefügt hatte, um einen Diebstahl zu vertuschen. Wie Wucher berichtet, wurde der Angestellte Mitte Dezember per Strafbefehl zu 100 Tagessätzen verdonnert, den dieser akzeptiert habe.

Damit sei der Fall abgeschlossen, wobei dem Mann noch eine saftige Rechnung ins Haus flattern dürfte: Da der Überfall vorgetäuscht war, wird ihm die Polizei die mehrere Wochen dauernde Bearbeitung des Falles in Rechnung stellen – von der Spurensuche über Gutachten bis hin zu Arbeitsstunden.

Erfreulich in der Jahresbilanz ist der Rückgang der Körperverletzungen von 178 auf 145, wobei 29 in den Bereich 'gefährlich' oder 'schwer' einzuordnen sind, weil zum Beispiel mit Gegenständen zugeschlagen worden ist. In 19 Fällen sind Polizeibeamte angegriffen worden.

Auch die Zahl der Diebstähle (333 statt 347) und der Straßenkriminalität wie Sachbeschädigungen (216 statt 243) ist gesunken. Leicht zugenommen haben die Betrugsdelikte, die den Rekordwert aus dem Vorjahr um zwei Fälle auf insgesamt 198 gesteigert haben, wobei Betrügereien im Ausland und häufig auch im Internet gar nicht darin erfasst sind.

'Ein Phänomen, das man seit Jahren beobachten kann', sagt Wucher. Er appelliert an die Bürger, mit der Herausgabe von Kontodaten, oder Kreditkartennummer im Internet vorsichtig zu sein und auch regelmäßig ihre Kontoauszüge zu prüfen.

Registriert wurden 682 Verkehrsunfälle (Vorjahr: 701) mit einem Gesamtschaden in Höhe von 1,9 Millionen Euro, wobei sich elf unter Alkohol- und Drogeneinfluss ereignet hatten. Von 124 Unfallfluchten konnten 41 Prozent aufgeklärt werden.

Hier wünscht sich Wucher allerdings mehr Zivilcourage, wenn etwa ein Auto auf einem Supermarktparkplatz angefahren wird, sich Zeugen allerdings nicht melden, weil es ihnen schlicht egal ist. 'Das ist leider eine gesellschaftliche Entwicklung', bedauert er.

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