Gericht
61-jähriger Kaufbeurer muss zwei Jahre und acht Monate hinter Gitter

Sein Strafregister wies bereits 19 Voreintragungen auf. Außerdem war ihm der Rest einer Haftstrafe wegen Diebstahls und Alkohol am Steuer zur Bewährung ausgesetzt worden. Dies hinderte einen 61-jährigen Kaufbeurer jedoch nicht daran, im Sommer 2011 erneut zwei Straftaten zu begehen. Im Juni stahl er von einem Firmengelände einen Anhänger, auf dem ein Solaranlagen-Prototyp im Wert von mindestens 80 000 Euro montiert war. Wenige Wochen später wurde der Mann bei einer Verkehrskontrolle mit rund 1,8 Promille Alkohol im Blut gestoppt.

Im Strafprozess vor dem Schöffengericht gab es jetzt an der Trunkenheitsfahrt nichts zu rütteln. Und auch im Fall des Diebstahls, der vom Angeklagten bestritten wurde, war das Gericht von der Schuld des Mannes überzeugt.

Der Angeklagte wurde schließlich wegen Diebstahls sowie fahrlässiger Trunkenheit im Straßenverkehr zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und acht Monaten verurteilt. Das Schöffengericht verhängte zusätzlich eine zweijährige Führerscheinsperre. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig.

Im Mittelpunkt des Verfahrens stand der Diebstahl des Anhängers. Der Angeklagte hatte zwar zugegeben, dass er den Hänger samt Aufbau vom Firmengelände geholt und zu einem Bekannten zu dessen Einödhof im Großraum Kempten gebracht hatte. Er behauptete aber, das Ganze sei auf Geheiß des Oberallgäuers geschehen.

Dieser sei ein Mitarbeiter des Unternehmens gewesen, das sich damals in Insolvenz befand. Als technischem Tüftler sei es dem Mann wohl vor allem um den Aufbau gegangen. Die Version des Angeklagten war für die Richterin im Urteil allerdings 'eine reine Schutzbehauptung'.

Ebenso wie die Staatsanwältin glaubte sie dem Oberallgäuer, der die Sache als Zeuge vor Gericht folgendermaßen geschildert hatte: Der Angeklagte, zu dem er in den vergangenen Jahren nur sporadisch Kontakt hatte, sei eines Nachts völlig überraschend bei ihm auf dem Hof erschienen und habe den Hänger vor der Scheune abstellen wollen.

Angeblich hatte er das Fahrzeug samt technischem Aufbau gekauft.

Wie sich der Zeuge weiter erinnerte, habe der Angeklagte dann einige Tage später versucht, die Solaranlage abzumontieren und sich dabei schwer an der Hand verletzt. Er habe den Mann ins Krankenhaus nach Kempten gefahren, von wo aus er in eine Spezialklinik verlegt wurde.

Kurze Zeit später erfuhr der Zeuge von seinem Sohn, dass vom Firmengelände des gemeinsamen Arbeitgebers ein Hänger samt Solaranlagen-Aufbau verschwunden war.

Als sich herausstellte, dass der Angeklagte im Vorfeld des Diebstahls in der Firma zweimal wegen eines Ankaufs des besagten Anhängers vorgesprochen hatte, erstattete die Geschäftsleitung gegen ihn Anzeige.

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