60-Liter-Tonne ein voller Erfolg

Unterallgäu | jsto | Die bloße Einführung der 60-Liter-Mülltonne zum 1. Juli des vergangenen Jahres hat das Umweltbewusstsein verbessert. Die Restmüllmenge hat sich mit einem Mal um fünf Prozent verringert. Das sagte der Leiter der Abteilung Abfall am Landratsamt, Anton Bauer. Richtig spannend werde es zum Jahresende. Dann werde die Behörde genau wissen, ob dieser erfreuliche Effekt tatsächlich ein längerfristiger ist.

Zuvor gab es im Landkreis als kleinstmöglichen Restmüllbehälter die 80-Liter-Tonne. Offenbar gehen die meisten Bürger jetzt sorgsamer damit um, was in der Tonne letztlich landet und was als Wertstoff auf die Recyclinghöfe gebracht wird. Der befürchtete Effekt, dass wieder mehr Müll in der freien Natur landet, ist ausgeblieben. 'Wir hatten vorher viele unzulässige Ablagerungen, und haben sie heute in gleichem Maße', sagte Bauer.

Zu befürchten sei aber, dass so mancher Restmüll im heimischen Kachelofen landet. 'Diese Gefahr ist leider sehr groß', so Bauer. Dass das faktisch einer Müllverbrennung ohne Filteranlagen entspricht, sei offensichtlich. Die Folgen für die Umwelt seien entsprechend unerfreulich.

23 500 Tonnen Restmüll hinterlassen die Menschen im Unterallgäu derzeit im Jahr. 18 000 Tonnen davon gingen allein auf die Haushalte zurück, so Bauer. Diese Mengen landeten im Müllofen in Weißenhorn bei Neu-Ulm. Dabei wäre bei konsequenterer Abfalltrennung durchaus noch etwas Luft nach unten. Zwar lobt der Abteilungsleiter, dass 'ein Großteil der Bevölkerung sehr sorgfältig trennt'. Aber es gebe eben auch immer noch einige Dreckbären, die unbekümmert von der Dose bis zum Altglas alles in die Mülltonne werfen.

Anderswo wird Müll gewogen

Andere Regionen setzen auf das Wiegen des Mülls. Das scheint im Unterallgäu in absehbarer Zeit nicht zur Debatte zu stehen. Das sei zwar die gerechteste Lösung, weil jeder nur das bezahle, was er tatsächlich in die Tonne wirft. Allerdings sei die Technik sehr teuer, die wiederum auf die Müllpreise aufgeschlagen werden müsste. Und: Für manchen sei die Versuchung groß, sich der Mülltonne des Nachbarn zu bedienen. Zu befürchten wäre laut Bauer auch, dass Vereine bei Sammlungen in Kartons mehr Abfall als Altpapier vorfänden.

Vergleichsweise günstig

Das Abfallwirtschaftskonzept des Landkreises genieße in der bestehenden Form hohe Akzeptanz in der Bevölkerung, sagt Bauer. Ein ganzes Paket von Dienstleistungen sei mit der Müllgebühr abgegolten: Kompostanlagen, Wertstoffhöfe, Sperrmüllabfuhr und Weißmöbel-Entsorgung. Mit 85,80 Euro im Jahr sei die 60-Liter-Tonne da vergleichsweise sehr günstig. Für die 80-Liter-Tonne, die im Landkreis immer noch am gebräuchlichsten sei, werden 104,40 Euro verlangt.

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