5,1 Prozent mehr Lohn: Kämmerer gewappnet

Marktoberdorf/Ostallgäu | rel | Es ist der höchste Tarifabschluss im öffentlichen Dienst seit 15 Jahren. Unterm Strich 5,1 Prozent mehr Lohn erhalten die Beschäftigten in diesem Jahr. Das macht zum Beispiel beim Landkreis Ostallgäu eine Mehrbelastung von rund 200 000 Euro aus. Trotzdem meint Manfred Huber, Hauptamtschef im Landratsamt in Marktoberdorf: 'Das packen wir.' Mit dieser Einstellung steht er nicht allein im Ostallgäu da.

Drei Null-Runden hintereinander ließen erwarten, dass dieses Mal die Gewerkschaft Verdi satte Forderungen stellen würde. Darauf hatten sich die Verantwortlichen öffentlicher Kassen eingestellt. So sind sie denn auch nicht über den Tarifabschluss entsetzt. 'Wenn man die Null-Runden berücksichtigt, dann ist die Erhöhung gerechtfertigt', so der Kommentar von Obergünzburgs Kämmerer Karl Mayr. Er hat beim Etat 2008 vorsorglich mit 3 Prozent höheren Personalkosten kalkuliert und - Überraschungen vorbeugend - eine Deckungsreserve in den Plan aufgenommen. Damit könne der Markt den Mehraufwand 'im Großen und Ganzen abfedern', ein Nachtragshaushalt werde nicht nötig sein. Allerdings macht Mayr kein Hehl daraus, dass ihn die Höhe des Abschlusses doch überraschte und diese 'schmerzlich' sei.

Mit 400 000 Euro Mehrbelastungen hat der Landkreis kalkuliert, nun werden es etwa 600 000 Euro: 'Wir werden auch das hinbekommen', ist Manfred Huber, Hauptamtsleiter im Landratsamt, zuversichtlich. Woher die zusätzlich nötigen 200 000 Euro genommen werden könnten, hat Huber sich schon überlegt: Durch 'Umschichten' sei eine Deckung möglich.

'Schon gut reingerechnet'

Wie der Landkreis, so ist auch die Stadt Marktoberdorf bei der Aufstellung des Haushaltsplan-Entwurfs von einer Tarifsteigerung in Höhe von 4 Prozent ausgegangen. 'Wir haben schon gut reingerechnet, das meiste ist abgedeckt', freut sich Stadtkämmerer Wolfgang Guggenmos. Dass nun mehr als die veranschlagten 230 000 Euro nötig werden, macht ihm keinen Kummer. Zum einen seien die von Verdi genannten 5,1 Prozent nicht so einfach auf jede Kommune übertragbar. Zum andern könne die Stadt Marktoberdorf die Steigerung 'beim heurigen Haushalt verkraften'. Eine Überarbeitung des Etatentwurfs, der am 7. April im Finanzausschuss beraten wird, werde nicht nötig.

Biessenhofens VG-Kämmerer Dieter Dürner ging von drei Prozent aus, erhöhte aber vorsichtshalber die Deckungsreserve. Damit werde man auskommen, ist er überzeugt. Insgesamt 738 000 Euro hatte die Gemeinde für Personalkosten eingeplant. Der nun höhere Aufwand bereitet Dürner keine schlaflosen Nächte, schließlich stehe Biessenhofen dieses Jahr finanziell 'vermutlich gut da'. Andererseits schlage ein Abschluss 'in dieser Größenordnung schon kräftig zu Buche'. Doch sei die Erhöhung für die Arbeitnehmer 'nötig gewesen'.

Wie teuer die Kreiskliniken der (für Kliniken extra ausgehandelte) Abschluss kommt, ist noch offen. Jedenfalls seien die Mehrkosten erheblich, so Kliniksprecherin Simone Schmid: 'Wir wissen derzeit nicht, wie wir dies stemmen sollen.' Auf keinen Fall habe es eine schlechtere Patientenversorgung zur Folge.

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