Urteil
51-Jähriger aus Kaufbeuren wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt

Wegen sexuellen Missbrauchs einer widerstandsunfähigen Person sowie versuchtem schweren Missbrauch wurde ein 51-jähriger Kaufbeurer vom Schöffengericht zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und acht Monaten verurteilt. Der Angeklagte hatte nach Überzeugung des Gerichts im Fasching die wehrlose Lage einer Bekannten ausgenutzt.

Die 41-Jährige stand damals unter dem Einfluss von Alkohol und eines Wirkstoffs, wie er auch in sogenannten k.o.-Tropfen enthalten ist. Wie dieser in ihren Organismus gelangt war, ließ sich nicht klären.

Den sexuellen Kontakt, bei dem er auch versucht hatte, den Geschlechtsverkehr zu vollziehen, gab der Mann vor Gericht zu. Sämtliche Handlungen, so betonte er, seien einvernehmlich gewesen.

Nachdem allerdings verschiedene Zeugen geschildert hatten, dass die Geschädigte vor dem Vorfall fast nicht mehr ansprechbar war, hatte die Richterin im Urteil keine Zweifel, 'dass ein selbstbestimmtes Handeln damals nicht mehr stattgefunden hat'. Dass dem Angeklagten die Strafe zur Bewährung ausgesetzt wurde, lag an einem bis dato straffreien Vorleben und geordneten persönlichen Verhältnissen.

Die Staatsanwältin hatte auf eine zweieinhalbjährige Haftstrafe plädiert, der Verteidiger auf Freispruch. Das Urteil ist nicht noch rechtskräftig.

Die Ermittlungen waren nach einer Anzeige der Geschädigten ins Rollen gekommen. Die 41-Jährige sagte jetzt unter Ausschluss der Öffentlichkeit aus. Sie leidet laut ärztlichen Attesten schwer unter den seelischen Folgen.

Aus den polizeilichen Angaben des Opfers und den Schilderungen von Zeugen ergab sich folgendes Bild: Die Geschädigte war am Weiberfasching mit Freunden in Kaufbeuren unterwegs gewesen. In einem Lokal traf man dann auf den Angeklagten. Der verheiratete Mann gehörte zum Bekanntenkreis der Frau und hatte ihr offenbar schon seit Längerem erfolglos Avancen gemacht.

Nachdem die 41-Jährige zunächst noch bester Stimmung war und ausgelassen feierte, konnte sie sich plötzlich nicht mehr auf den Beinen halten und sank auf einem Stuhl zusammen. Daraufhin bot der Angeklagte an, sie heim zu fahren.

Der Frau ging es damals laut Zeugenaussagen so schlecht, dass sie von dem Mann und einer Freundin zum Auto geführt und dort angegurtet werden musste. Die Version des Angeklagten, wonach sich ihr Zustand während der Fahrt besserte, hielt der Anwalt des Opfers jetzt als Vertreter der Nebenklage für unglaubhaft:

'Das wäre ja eine Wunderheilung!' Er verwies in seinem Plädoyer vor allem auf die gravierenden Folgen und beantragte für den Fall einer Bewährungsstrafe eine Auflage zugunsten seiner Mandantin. Das Gericht entsprach dem im Urteil und setzte ein Schmerzensgeld von 3 000 Euro fest.

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