Kempten
50 zahme Ratten aus der Wohnung einer Tiersammlerin geholt

Sie waren krank und verdreckt, von Milben befallen und viele von ihnen hatten Tumore: Es war ein schlimmer Anblick, der sich den Mitgliedern des Kemptener Tierschutzvereins bot. Fast 50 verwahrloste Ratten waren teils ohne Wasser und Nahrung in drei kleinen Käfigen eingepfercht. Das Kemptener Ordnungsamt hatte sich an die Tierschützer gewandt - bei der bisherigen Besitzerin handelt es sich vermutlich um eine «Tiersammlerin». Darunter versteht man eine krankhafte Tiersammelwut.

Wie die Tierschützer berichteten, hatte die Besitzerin die Tiere vor der Haustür ihres Ex-Freunds abgestellt. Dieser alarmierte die Polizei, die wiederum Ordnungsamt und Tierschutzverein einschaltete. Die Ratten wurden ins Tierheim gebracht und aus den Käfigen befreit. Zwei Stunden habe es gedauert, alle Nager zu untersuchen und tierärztlich zu versorgen. Einige Tiere waren in so schlechtem Zustand, dass sie eingeschläfert werden mussten.

Nur kurze Zeit später meldete sich die Besitzerin der Tiere. Sie habe ihre Ratten zurückgefordert, schildert Dr. Erika Kienle vom Tierschutzbund. In Absprache mit dem Ordnungsamt wurden die Tiere aber nicht mehr herausgegeben.

Derzeit, so Kienle, sind die Nager im sogenannten «Besuchszimmer» des Tierheims untergebracht. Warum ihre Besitzerin die Nager derart verwahrlosen ließ, darüber kann sie momentan nur spekulieren.

Neues Zuhause gesucht

In vielen Fällen verberge sich hinter solchen Fällen eine psychische Erkrankung. Von der Tiersammelwut seien in den meisten Fällen alleinstehende Frauen zwischen 40 und 60 Jahren betroffen. Ohne «jenen Realitätssinn» würden sie riesige Tierbestände halten, um so eine «innere Leere» zu füllen. Kienle beispielsweise kann sich an einen Fall erinnern, bei dem die Tierschützer insgesamt 100 verwahrloste Katzen retteten. Damals mussten die Kemptener andere Tierheime um Hilfe bitten, um diese große Zahl an Katzen überhaupt unterbringen und weitervermitteln zu können.

Auch die nun befreiten Nager sollen möglichst bald in bessere Hände abgeben werden. Ab Ende der Woche, so Kienle, werde man sich um die Vermittlung bemühen.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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