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Kempten
50 Jahre Arbeit und es ist immer noch nicht genug

Alfred Bleicher kennt seinen Chef länger, als dieser sich selbst. Seit 50 Jahren arbeitet er beim Familienunternehmen Stürzel, das Helmut Stürzel Senior in den frühen 50er Jahren gegründet hat. Damals war das Verhältnis zur Familie seines Arbeitgebers so eng, dass es selbstverständlich war, sich auch mal um den Nachwuchs zu kümmern. Dieser heißt auch Helmut Stürzel, ist mittlerweile 43 Jahre alt und führt das Unternehmen seit 1992.

«Am 1. September 1959 habe ich meine Lehre angefangen», erinnert sich Bleicher, der mittlerweile in Altersteilzeit ist. Feinmechaniker hat er damals gelernt. Heute gibt es Handgriffe zu tun, die nur noch er so richtig beherrscht. Beispielsweise mechanische Messinstrumente wie Tachometer zu reparieren. Fahrzeuginstrumentierung ist neben Hydraulik, Pneumatik und Drucklufttechnik das Aufgabengebiet der Firma. Mittlerweile hat jedoch die Elektronik bei Tacho und Co. Einzug gehalten. «Die neueren Geräte werden nicht mehr repariert, sondern ausgetauscht», erläutert der Jubilar. Er kümmert sich hauptsächlich um die Instrumente von Oldtimern oder älteren Traktoren.

Mit den Jahren haben sich auch die Arbeitsumstände verändert. «Am Anfang ging alles etwas langsamer», meint Bleicher. Da hätten die Kunden noch mehr Zeit gehabt. «Heute sollte man die Teile am besten während der Fahrt austauschen», scherzt Chef Stürzel.

Als Bleicher bei der Firma anfing, hatte sie ihren Sitz noch in der Memminger Straße. Neben dem Chef-Ehepaar arbeiteten damals noch zwei weitere Kollegen dort. In der dreimonatigen Probezeit bekam der damals 14-jährige Lehrling 25 Mark. Am Ende der Ausbildung waren es immerhin 90 Mark. Bis in den 60er Jahren die erste Halle gebaut wurde, hätten er und seine Kollegen auch noch im Freien gearbeitet. Der Neubau in der Dieselstraße, in dem mittlerweile zwölf Angestellte arbeiten, entstand 1980.

Um punkt 10 ist Brotzeit

Doch nicht alles hat sich verändert. «Seit ich ihn kenne, macht er um punkt 10 Uhr Brotzeit», sagt Stürzel. In der Freizeit geht Bleicher immer noch gerne zum Schießen, Bergwandern oder Skifahren. Dazu wird er bald mehr Zeit haben. Zum Jahresende geht er in Rente. «Aber ich kann nicht ganz ohne Arbeit leben», meint Bleicher. Deswegen will er noch mindestens zwei Jahre, bis seine Frau in Rente ist, stundenweise für Stürzel arbeiten. Immer dann, wenn alte Tachos zu reparieren sind.

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