Jubiläum
50-jähriges Bestehen: Kegelclubs feiern im Hotel Bavaria in Lindenberg

'Es war ein rechter Andrang', erinnert sich Maria-Anna Hengge vom Hotel Bavaria an die frühen 1960er Jahre. Nach einem Umbau hatte das Haus die erste vollautomatische Kegelbahn im Westallgäu zu bieten. Und jeden Abend waren andere Gruppen zu Gast.

'Die Bahn war immer ausgebucht', so die 77-Jährige. Zahlreiche Kegelclubs gründeten sich – und die meisten gibt es nicht mehr. Zwei Clubs der ersten Stunde aber sind dem Kegelsport bis heute treu geblieben – und feierten jetzt im 'Bavaria' ihr 50-jähriges Bestehen.

Bis nach Lindau oder Kempten musste noch Anfang der 1960er Jahre fahren, wer beim Kegeln nicht warten wollte, bis der 'Scholderbuae' die Kegel wieder aufgestellt hatte. So war das an einigen Stellen auch im Westallgäu üblich.

Der Club 'Schlägermütze', der sich schon ab 1958 im 'Bräuhaus' in Lindenberg getroffen hatte, war ab 1962 Dauergast im 'Bavaria'. 'Freunde und Bekannte waren das', erinnert sich Richard Schmid, der 1962 hinzu kam. Nicht nur das regelmäßige Kegeln war ihnen wichtig – auch manch ein Ausflug wurde gemeinsam unternommen.

'Vor allem nach Südtirol sind wir gefahren', so Schmid, 'aber auch in den Bayerischen Wald'. Das Wandern war den zwölf Mitgliedern, von denen heute noch acht aktiv sind, dabei stets wichtig. Club-Mitglied damals und jetzt: Architekt Gottfried Eitelberger, der das 'Bavaria' 1962 auch umgebaut hatte. Neben ihm waren aber auch Kaufleute, Handwerker und Beamte dabei.

Ähnlich unterschiedlich waren die Berufe der Kegler im zweiten Club '1860' – und doch hatten sie eine Gemeinsamkeit: Alle spielten sie in Lindenberg Fußball. Das 1962 sehr angesagte Kegeln lockte auch sie. Allerdings gab es manchen Wechsel: 'Zwölf Gründungsmitglieder gab es, einige kamen hinzu, einige sind gegangen, heute sind wir neun', zieht Gerd Milz Bilanz.

Neben ihm gehören auch Siegfried Jung, Otto Hödl und Simon Scheidle zu den Gründungsmitgliedern des '1860'. Die Kameradschaft habe stets im Vordergrund gestanden, erinnert sich Milz. Und so wurde schon 1963 ein erster Ausflug unternommen: 'Zum Zelten sind wir nach Mellau gefahren'. Später ging es weiter weg. Bis nach Istanbul, Mallorca und Amsterdam reisten die Teilnehmer – und zuletzt nach Zermatt.

Das Kegeln war 1962 Anlass, sich einmal pro Woche zu treffen - und wurde zum Grundstein für lebenslange Freundschaften. Dem Kegeln und dem 'Bavaria' sind beide Clubs bis heute treu geblieben. Mindestens aller zwei Wochen sind 'alle Neune' weiterhin das Ziel. Beim Jubiläum blieb die Kugeln aber liegen: Gemeinsam feierten beide Clubs bei einem guten Essen.

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